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Von Platznot in der Handtasche und Mitarbeitern in Fahrt

Der Ockerschlamm, der tonnenweise aus den Lausitzer Böden ausblutet und die Fließgewässer braun färbt und verstopft, soll zwar harmlos sein – sieht aber wahrlich unschön aus. Die Sorge um den Schmutz in der heimischen Natur ist auch im jüngsten Arbeitskreis Lauchhammer/Tröbitz-Domsdorf des Braunkohleausschusses thematisiert worden. Kawe Kawe

Doch so schnell, wie nachvollziehbar wünschenswert, werden das Land Brandenburg und die Bergbausanierer den Eisenhydroxidschlamm nicht los. Klaus-Otto Weymanns, der zuständige Referatsleiter der Gemeinsamen Landesplanung Berlin-Brandenburg in Cottbus, hat sich in einer plausiblen Antwort auf diese harte Geduldsfrage geübt und erklärt: "Die Untersuchungen laufen. Denn das Problem muss ja auch finanziell beherrschbar bleiben." Und es sei "ja nicht so, dass da täglich nur eine Handtasche voll anfällt", ergänzt er. Dazu bleibt anzumerken: Die Dimension dessen, was Frau in ihrer Handtasche unterzubringen imstande ist, unterschätzt der Mann zwar völlig. Aber mehr als das halbe Leben, das sie mit sich rumschleppt, passt wirklich nicht rein. Das Erbe von Jahrhunderten braucht Platz und Zeit. Und beides ist knapp.

Aus der Not machen die aus Sachsen täglich anreisenden Beschäftigten der Lausitzer und Mitteldeutschen Bergbau-Verwaltungsgesellschaft (LMBV) derzeit eine ganze Gesundheitsbewegung. Das hat Unternehmenssprecher Volker Krause jetzt mit einem jungenhaften Lachen ausgeplaudert. Den Umleitungsstress infolge der Bauarbeiten an der Bundesstraße 96 in Senftenberg umgehen die Bergbausanierer nämlich wie folgt: Sie parken die motorisierten Gefährte bei Kollegen in Kleinkoschen und steigen um aufs Rad. In zehn bis zwölf Minuten sind die Mitarbeiter über den Radweg dann locker an der voll gesperrten Baustelle vorbei zur Arbeit gerollt. Fazit: Es geht doch, wenn sich alle ein bisschen mehr abstrampeln als sonst.