Karl-Eduard Zachariae von Lingenthal habe im 19. Jahrhundert zwar in Kmehlen gewirkt, sich aber für die Entwicklung von Ortrand eingesetzt. Er gilt als der Erbauer der der Eisenbahnlinie Cottbus - Großenhain und verhalf damit der Kleinstadt zum Fortschritt. Der Rechtsgelehrte und Politiker erwarb den älteren Teil des Kmehlener Schlosses und war dorthin 1845 eingezogen.
Er sollte bereits 1998 als Namensgeber für die neu gebaute Mehrzweckhalle herhalten. Zur Auswahl standen damals auch Sachsentor-Halle und Drei-Länder-Eck-Halle. Die Entscheidung fiel für die unverfängliche Bezeichnung Pulsnitzhalle.
Wegen der naturwissenschaftlichen Ausrichtung der Ortrander Oberschule wurden auch solche Vorschläge wie Humboldt- und Werner-von-Siemens-Oberschule unterbreitet. Zachariae von Lingenthal machte das Rennen, weil es zu ihm einen lokalen Bezug gibt.
Kurzzeitig war auch der Ortrander Richard Rösiger, der im vorigen Jahrhundert in die Vereinigten Staaten ausgewandert war, im Gespräch. Nach ihm wurden ein See und ein Naturschutzgebiet benannt. Da sich die Schüler näher mit der jeweiligen Persönlichkeit beschäftigen sollen, sei es einfacher mit Nachfahren, die in Deutschland leben, Kontakt zu halten. Auch deshalb kam nur von Lingenthal in Frage.
Dessen Nachkommen sind von der Namensgebung begeistert. „Ich finde es einen wunderbaren Gedanken, dass die Schule den Namen des Urgroßvaters meines Mannes tragen soll“ , teilte die 84-jährige Gisela Lingenthal aus Bad Honnef in einem Brief mit. Sie will der Schule ein Porträt und ein Buch der Orientreise von Zachariae von Lingenthal zukommen lassen. (mf)