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| 17:33 Uhr

Lausitzer Seenland
Von gigantischen Baggern zu glitzernden Seen

Das neue Faltblatt zur Niederlausitzer Bergbautour.
Das neue Faltblatt zur Niederlausitzer Bergbautour. FOTO: Tourismusverein
Senftenberg. Ein druckfrisches Faltblatt gibt es jetzt für den Fernradweg „Niederlausitzer Bergbautour“. Entdeckungen zwischen uriger Natur und gigantischer Technik auf 500 Kilometern gut ausgebauten Radwegen.

Das Lausitzer Seenland ist ein Eldorado für Wassersportler und Radfahrer. Doch die Zeugen der Bergbaugeschichte sind nicht verschwunden, sondern erzählen als Museum oder Landmarke von der Vergangenheit. Wer sich auf den Fernradweg „Niederlausitzer Bergbautour“ begibt, kann die spektakuläre Metamorphose vom Tagebaurevier zum Wasserparadies erleben. Ein neues Faltblatt bereitet die wichtigsten Informationen dazu auf, informiert Katja Wersch vom Tourismusverband Lausitzer Seenland.

Über mehr als 500 Kilometern führt der gut ausgebaute Radweg, ausgeschildert mit dem Symbol eines radelnden Teufels, von Senftenberg durch den Süden Brandenburgs und den Norden Sachsens. Vorbei an rekultivierten Landschaften mit idyllischen Seen, dichten Kiefernwäldern und gelben Feldern, aber auch vorbei an modernen Kohlekraftwerken und schweren Maschinen. Höhepunkte am Wegesrand sind die Aussichtspunkte auf die zwei noch aktiven Abbaufelder Welzow Süd und Jänschwalde. Schwere Bagger ächzen und dröhnen, um in 100 Meter Tiefe Braunkohle aus der Erde zu befördern. Beim Blick auf die Giganten und die riesige Grube mit ihren weiten Abraumfeldern geraten Gäste meist ins Staunen. Um noch näher dran zu sein, können Erlebnistouren zu den Baggern inklusive Picknick im Tagebau gebucht werden.

Nicht weniger spektakulär ist die Förderbrücke F 60 in Lichterfeld, heute ein Besucherbergwerk, die über einen Abstecher erreicht werden kann. Bei einer Führung kann die größte bewegliche Maschine der Welt, 500 Meter lang, 80Meter hoch und 11 000 Tonnen schwer, bestiegen werden. Bei klarer Sicht reicht der Ausblick bis in die Sächsische Schweiz.

Die Kohle aus dem Tagebau, in dem die F 60 bis 1992 Abraum beförderte, wurde in der Großkokerei Lauchhammer zu Hochtemperaturkoks verarbeitet. Die Biotürme der Anlage sind noch weithin sichtbar und eine faszinierende Landmarke. Gemeinsam mit einem Gästeführer des örtlichen Traditionsvereins können Radfahrer an Sonn- und Feiertagen einen Turm besteigen und die Aussicht von der verglasten Kanzel genießen.

Auch die 100 Jahre alte Energiefabrik Knappenrode im Süden der Tour erzählt von der Kohleverarbeitung. Der dunkle Staub hängt noch an den Wänden und auch der Brikettgeruch ist fast so stark wie vor 25 Jahren. Sogar die Schichtsirene heult dreimal am Tag auf. Die Maschinen aber stehen still. Denn heute ist die Fabrik Industriemuseum. Auf dem „Fabrik.Erlebnis.Rundgang“ erfahren Besucher, wie Briketts bei Hitze, Staub und Lärm gepresst wurden.

Zur Geschichte des Bergbaus gehören auch dessen Schattenseiten. Mehr als 25 000 Menschen verloren durch den Tagebau ihre Heimat. In Forster Ortsteil Horno, das über einen Abstecher erreicht werden kann, dokumentiert das Archiv verschwundener Orte in einer multimedialen Ausstellung die Geschichte jener 136 Orte der Lausitz, die seit 1924 den Tagebauen weichen mussten.

Auch die Rekultivierung spielt auf dieser Tour eine wichtige Rolle. Silber-, Dreiweiberner und Senftenberger See sind ideal für Badepausen oder Picknick.

Informationen zu Sehenswürdigkeiten entlang des Fernradweges sowie eine Routenskizze enthält das neue Faltblatt zur „Niederlausitzer Bergbautour“, das der Tourismusverband Lausitzer Seenland herausgibt. Außerdem liefert das Faltblatt Adressen von radlerfreundlichen Übernachtungsanbietern, Gastronomen, Fahrradvermietern und Tourenanbietern. Es kann über Telefon 03573 7253000 oder unter niederlausitzer-bergbautour.de bestellt werden.

(red/br)