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| 01:26 Uhr

Von der Senftenberger Straße auf die Theaterbühne

Anne Heuberger, Michael Apel und Claudia Kontschak leiten das Sozialprojekt „Phönix“. Foto: Susann Skiba
Anne Heuberger, Michael Apel und Claudia Kontschak leiten das Sozialprojekt „Phönix“. Foto: Susann Skiba FOTO: Susann Skiba
Senftenberg. Wer kennt sie in der Kreisstadt nicht - die Gruppen von jungen Arbeitslosen, die sich nahezu täglich am Neumarkt treffen. Viele Passanten fühlen sich von ihnen zunehmend beim Einkaufen gestört. Um diese Probleme in den Griff zu bekommen, wurde das Projekt „Phönix“ von der Stadt Senftenberg ins Leben gerufen. Melanie Sonnenbrodt

Das Projekt läuft seit dem 1. Juni dieses Jahres und wird im Rahmen des ESF-Bundesprogramms „BIWAQ“ drei Jahre lang gefördert. „Ziel ist es, die Ausbildungsfähigkeiten und Erwerbspers pektiven der derzeit 40 Teilnehmer zu stärken“, teilt Kai Reichelt, Stadtteilmanager Soziale Stadt, mit. Darüber hinaus sollen Schlüsselkompetenzen für den ersten Arbeitsmarkt bei langzeitarbeitslosen Erwachsenen gefestigt werden.

Die Teilnehmer werden von Streetworkerin Anne Heuberger direkt von der Straße „aufgelesen“ oder über die Agentur für Arbeit vermittelt. Dazu ist sie regelmäßig am Neumarkt, vor Supermärkten und am Pavillion im Schlosspark unterwegs oder klappert im Sommer die Jugendtreffpunkte am See mit dem Rad ab.

Das Sozialprojekt verfolgt einen ganzheitlichen Handlungsansatz und gliedert sich in drei Teilprojekte auf: ein Theaterprojekt, eine Holzwerkstatt sowie eine berufliche Integrationsvorbereitung. Die Stiftung Sozialpädagogisches Institut Berlin „Walter May“, kurz SPI genannt, leitet im Kultur- und Freizeitzentrum Pegasus das Theaterprojekt und versucht, über ein Theaterstück momentan 20 Teilnehmer auf ihre individuellen Fähigkeiten zu lenken.

„Wir sehen das Theaterspielen einfach als eine ganz besondere Mögllichkeit, sich vielfältig auszuprobieren“, erläutert Michael Apel, künstlerischer Leiter des Theaterprojekts den gedanklichen Ansatz. Die Teilnehmer können sich je nach Neigung in den verschiedenen Theaterbereichen, wie Schauspiel, Gesang, Musik, Kostüm- und Bühnenbild, Schminken, Licht- und Tontechnik sowie Fotografie einbringen.

Das ergeizige Projekt versucht, kleine Veranstaltungen zu erarbeiten und umzusetzen. In den Herbstferien wurde beispielsweise ein eigenener Gruselfilm gedreht und produziert. Ein Teilnehmer hat auf diese Weise gelernt, das Filmmaterial mithilfe eines professionellen Computerprogramms zu schneiden. In einer Senftenberger Kita haben Projektteilnehmer die dortigen Kinder theaterreif geschminkt und sich auf diese Weise im Umgang mit Kindern geschult.

Das nächste Ettappenziel ist die Premiere der „Phönix Kinder Weihnachtswelt“ am 28. November. „Es krönt sozusagen das erste unserer drei Jahre“, informiert Claudia Kontschak, Sozialpädagogische Projektleiterin der SPI-Stiftung. In einem 20-minütigen Theaterstück, dem Herzstück der „Phönix Kinder-Weihnachtswelt“, wird unter anderem gezeigt, wie der Weihnachtsbaum nach Senftenberg kam.

Darüber hinaus sind noch mehr Aktionen für diesen Tag geplant. So werden die Kinder die Möglichkeit haben, sich in fünf verschiedenen Räumen zu vergnügen. Sie können weihnachtliche Kerzenständer basteln oder sich als Engel, Eisprinzessin, Rudolf oder Elf verkleiden und dann tolle Fotos von sich knipsen lassen. Natürlich wird auch musiziert, gesungen und es werden Märchen vorgelesen. „Im Kinosaal richten unsere Teilnehmer eine Märchenwelt ein“, erzählt Michael Apel weiter. „Dort können die Kinder einzelne Märchen erraten.“

Melanie Sonnenbrodt