| 02:48 Uhr

Von der Rückeroberung eines verlorenen Ortes

Bürgermeister Thomas Zenker, Autor Wolfgang Joswig und Grafiker Uwe Knauth (v.l.) bei der Buch-Präsentation.
Bürgermeister Thomas Zenker, Autor Wolfgang Joswig und Grafiker Uwe Knauth (v.l.) bei der Buch-Präsentation. FOTO: Ch. Taubert
Großräschen. Jene "verschworene Gemeinschaft", die der Senftenberger Stadtplaner Wolfgang Joswig in seinem vierten Buch über Grube Ilse und die Rückeroberung eines verlorenen Ortes (die RUNDSCHAU berichtete) beschrieben hat, ist am Freitag zur Präsentation gekommen. Im IBA-Studierhaus von Großräschen, das es nach ursprünglichen Kohleplänen der 1980er-Jahre für den Tagebau Meuro gar nicht mehr geben sollte, stellt Joswig sein zusammenfassendes Werk vor. Ch. Taubert

Ein Sachbuch, wie er sagt - 14 Jahre nach seiner letzten Veröffentlichung.

Sachbuch, ja, doch der Autor macht zwei Ausnahmen: Er nennt Otto Rindt, dessen Seen-Verbund-Visionen aus den 1960er-Jahren schließlich die Initialzündung auch für die Internationale Bauausstellung (IBA) Fürst-Pückler-Land (2000 bis 2010) waren. Denn mit seinem Weggefährten Helmut Rippl hatte Joswig 1994 die Studenten-Workshops "Hommage an Otto Rindt" auf den Weg gebracht.

Deshalb ist die zweite Ausnahme eben der 90-jährige Helmut Rippl, dem Joswig sein Buch gewidmet hat. Der Gartenarchitekt aus Cottbus, Pückler-Kenner und -verehrer, hat in Großräschen aus einer Wüste einen Landschaftspark mit Allee der Steine gemacht. "Die Findlinge hat er in Pritzen alle selbst ausgesucht und vermessen. Ich war dabei", gibt Joswig zum Besten.

Was das 112-Seiten-Buch - für mehr als zwei Jahrzehnte Bergbausanierung in der Lausitz - so besonders macht: Es zeichnet den Weg von der "Verzweiflung bei den Einwohnern Anfang der 1990er-Jahre", wie es Großräschens Bürgermeister Thomas Zenker (SPD) in seiner Laudatio bezeichnete, bis zur "Weißen Stadt über dem Großräschener See". Für Zenker auch ein Signal an den Bund, was Bergbausanierung kann und "dass sie weitergehen muss".