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| 08:10 Uhr

Meine Heimat Oberspreewald-Lausitz
Von der Freude an der illustren Kinderschar

 Junge Kaninchen ziehen immer wieder die Blicke auf sich. Seit mehreren Jahren werden in der Großräschener Natur-Kita „Am Spring“ Haustiere gehalten. „Unsere Kinder wachsen buchstäblich mit ihnen auf und lernen frühzeitig Verantwortung für die Tiere zu übernehmen“, erklärt Peggy Arlt (r.)
Junge Kaninchen ziehen immer wieder die Blicke auf sich. Seit mehreren Jahren werden in der Großräschener Natur-Kita „Am Spring“ Haustiere gehalten. „Unsere Kinder wachsen buchstäblich mit ihnen auf und lernen frühzeitig Verantwortung für die Tiere zu übernehmen“, erklärt Peggy Arlt (r.) FOTO: Uwe Hegewald
Großräschen. „Heimat ist, wo wir unseren Lebensfaden festgemacht haben“, sagt ein Sprichwort. Die RUNDSCHAU besucht Menschen, um zu erfahren, wann, warum und wo sie ihren Lebensfaden im Kreis festgemacht haben. Heute: Peggy Arlt (Großräschen). Von Uwe Hegewald

In dieser Sache muss Peggy Arlt nicht lange überlegen. Kita-Erzieher haben den schönsten Beruf: spannend, erfüllend und niemals langweilig.

„Es war schon immer mein Wunsch, als Pädagogin zu arbeiten. Was bereitet mehr Freude, als Kinder heranwachsen zu sehen und sie ein Stück auf ihrem Lebensweg zu begleiten?“, betont sie. Seit 2005 ist Peggy Arlt in der Großräschener Kindertagesstätte „Am Spring“ tätig und auch stellvertretende Leiterin.

Die Natur-Kita wird in Trägerschaft eines gleichnamigen Elternvereins geführt. Peggy Arlt kann sich noch gut an die Zeit erinnern, als es darum ging „Konzepte zu entwickeln und Ideen zu verwirklichen“, ohne dabei Bewährtes über den Haufen zu werfen.

Von Vorteil: Durch Sohn Kevin, der die Natur-Kita „Am Spring“ ab 1996 besuchte, wusste die aus Laubusch stammende Wahl-Großräschenerin um die Gegebenheiten und Vorzüge der Einrichtung. Später führte auch der Weg von Tochter Celine in das „Zwergen-Haus“, das sich mit seiner naturnahen Ausrichtung einen Namen gemacht hat. „Die Natur bildete schon immer einen Schwerpunkt. Als Träger haben wir das Konzept weiterentwickelt“, erklärt Peggy Arlt.

Bereits den Kleinen soll vermittelt werden, wie heimische Pflanzen in der Vegetationsphase gedeihen, wann das selbst angebaute Obst und Gemüse geerntet werden kann oder wo der natürliche Rohstoff Holz verwendet wird. Organischen Dünger für den Garten produzieren die im Außenbereich gehaltenen Wachteln und Kaninchen. „Eltern und Großeltern übernehmen das Füttern an den Wochenenden abwechselnd und schauen nach unseren Haustieren“, so die Erzieherin.

Darüber hinaus erweisen sich die Wachteln und Hasen als willkommene Lebewesen zum Schaffen von Gesprächskanälen. Kita-Belegschaft und Elternschaft finden stärker zueinander, was dem generellen Meinungsaustausch zugutekommt. „Wir fühlen uns wie eine große Familie, wechseln auch bei Zufallsbegegnungen in der Stadt ein paar Worte und gehen Projekte gemeinsam an“, erklärt Peggy Arlt.

Das elfköpfige Team inklusive technischem Personal der Kita „Am Spring“ weiß um die Herausforderungen der Arbeit mit Kindern, zumal die Belegschaft einen erheblichen Zeitanteil in die Erziehung der Sprösslinge investiert. Mitunter konsequent sein, aber auch viel Liebe schenken – oder wie es einmal Astrid Lindgren formulierte: „Man kann in Kinder nichts hineinprügeln, aber vieles herausstreicheln.“

Dass die Erzieher um Kita-Leiterin Kerstin Kramm und ihre Stellvertreterin vieles richtig gemacht haben, zeigen Begegnungen mit Kindern, die den Naturkindergarten früher einmal besucht haben. Ein freundlicher Gruß sei Balsam auf den Seelen aller Mitarbeiter des Hauses, das in diesem Jahr ein Jubiläum feiert:1939 wurde das Haus als Kindereinrichtung gebaut und bis heute als solche genutzt. Mit unterschiedlichen Voraussetzungen, politischen Gegebenheiten und Profilen. Und mit veränderten Ansprüchen, was ein Blick in die seit 1947 geführte Chronik verrät. Darin ist von einer Wanderung zum Kaspertheater am Lunaeck zu lesen, bei dem die Tanten (umgangssprachlich Erzieherinnen) ihren Kindern noch eine Streuselschnecke und ein Erfrischungsgetränk reichten.

Heute führt die Abschlussfahrt in die Elbmetropole inklusive Führung durch den Flughafen Dresden. Mit anschließendem Besuch des benachbarten Indoorspielplatzes und dem  Zuckertütenfest mit Eltern in der Kita. „Wir gehen mit der Zeit“, erklärt Kerstin Kramm Der Ausflug gibt auch Trost für den jährlich wiederkehrenden Tag, an dem die zukünftigen Abc-Schützen dann Adieu sagen und im Großräschener Traditions-Kindergarten so manche Träne rollen wird.

 Junge Kaninchen ziehen immer wieder die Blicke auf sich. Seit mehreren Jahren werden in der Großräschener Natur-Kita „Am Spring“ Haustiere gehalten. „Unsere Kinder wachsen buchstäblich mit ihnen auf und lernen frühzeitig Verantwortung für die Tiere zu übernehmen“, erklärt Peggy Arlt (r.).
Junge Kaninchen ziehen immer wieder die Blicke auf sich. Seit mehreren Jahren werden in der Großräschener Natur-Kita „Am Spring“ Haustiere gehalten. „Unsere Kinder wachsen buchstäblich mit ihnen auf und lernen frühzeitig Verantwortung für die Tiere zu übernehmen“, erklärt Peggy Arlt (r.). FOTO: Uwe Hegewald