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| 02:44 Uhr

Von der Ehrfurcht der Menschen vor Gewitter

Mit dem wissenschaftlichen Mitarbeiter des Museums Tom Fehrmann können Besucher der Sonderausstellung in Schloss und Festung Senftenberg auf hochspannende Entdeckungsreise gehen.
Mit dem wissenschaftlichen Mitarbeiter des Museums Tom Fehrmann können Besucher der Sonderausstellung in Schloss und Festung Senftenberg auf hochspannende Entdeckungsreise gehen. FOTO: Jan Augustin
Senftenberg. Unter Hochspannung steht eine Ausstellung in Schloss und Festung Senftenberg, die noch bis zum 5. März zu sehen und erleben ist. Alles dreht sich um die Elektrizität. Besucher können auf historische Reise gehen und dabei so manch spannungsgeladenes Experiment ausprobieren. Jan Augustin

Tom Fehrmann kann zaubern. Diesen Eindruck gewinnt der Besucher, wenn er den wissenschaftlichen Mitarbeiter von Schloss und Festung Senftenberg bei einer Führung beobachtet. Fehrmann dreht an einem feinen Stab und setzt damit die Drehung einer handballgroßen, elfenbeinfarbenen Kugel in Bewegung, die in einer antik anmutenden Gerätschaft aus Holz gehalten wird. Dabei reibt er die Kugel mit einem mäusegroßen Fell und lässt anschließend einen Papierschnipsel aus seiner Hand fallen, der sich wie von Magie getrieben an die Kugel heftet. Die Erfindung der sogenannten Schwefelkugel geht auf Otto von Guericke um 1650 zurück. Wie ein polierter Bernstein lädt diese sich durch Reibung elektrisch auf und kann so kleine Papierschnipsel oder Fussel anziehen.

Mit Tom Fehrmann können Besucher der Sonderausstellung "Achtung Hochspannung! - Experimente und Entdeckungen vom Blitz zum Motor" noch bis zum 5. März auf Entdeckungsreise gehen. Die große Winterausstellung erzählt die Kultur- und Technikgeschichte der Elektrizität - von der Ehrfurcht der Menschen vor Gewitter, elektrisierenden Stoffen, lebensgefährlichen Versuchen, singenden Drähten und dem großen Durchbruch in eine neue Zeit. Besucher können selbst Hand anlegen an Funken schlagenden Elektrisiermaschinen, Magneten oder an einen Morseapparat wie in der Zeit der Elektropioniere.

Um einen Einstieg zum Thema Strom aus Lausitzer Sicht zu bekommen, bietet das Museum des Oberspreewald-Lausitz-Kreises erstmals drei Exkursionen an. Am 25. Januar wird die Ausstellung im Schloss unter die Lupe genommen, am 8. Februar geht es auf den "Grünen Lausitzring", auf dem gezeigt wird, dass Motorsport und Umweltschutz durchaus zusammengehören können. Und am 22. Februar führt die Exkursion in die thermische Abfallverwertungsanlage der EEW Großräschen. Teilnehmer erfahren, wie jährlich 159 000 Megawattstunden Strom und Fernwärme produziert werden.

Aus pädagogischer Sicht ist die Ausstellung auch für Kindergartengruppen und Grundschüler interessant. Die kleinen Forscher können ein kleines Gewitter mit Blitzschlag erzeugen oder ausprobieren, warum Strom immer einen Kreis braucht und wie er mit einem Magneten erzeugt wird. Für Schüler der 7. bis 10. Klasse bietet das Museum ebenfalls altersgerechte Führungen an.

Informationen und Anmeldung unter Telefon 03573 2628

www.museum-osl.de

Zum Thema:
Die Ausstellung "Achtung Hochspannung" in Schloss und Festung Senftenberg läuft noch bis zum 5. März. Besucher können dem Phänomen Strom in Eigenregie auf den Grund gehen und/oder sich einer Exkursion anschließen. Für Kinder- und Schülergruppen bietet das Museum Führungen an.