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Vom Wasser- zum Kulturpark

Lauchhammer.. Die Spaziergänger im Schlosspark Lauchhammer wandeln auf den Spuren des Grafen von Einsiedel. Die meisten Wege, im 18. Jahrhundert angelegt, sind weitgehend unverändert erhalten geblieben. Jana Wieduwilt

Der Schlosspark gehört zu den bau- und gartenhistorischen Schätzen, die beim Architekturherbst in Lauchhammer zu entdecken sind. Seine Geschichte hat Anke Manthei näher erforscht.
Landschaftsarchitektin Anke Manthei präsentierte die Ergebnisse beim "Architekturherbst Lauchhammer", ein Projekt, das über die Wequa GmbH zur Hälfte finanziert wird. Projektleiter Ralf Burghardt von der Wequa GmbH freut sich, "dass wir die architektonisch wertvollen Gebäude und Anlagen in Lauchhammer einmal mehr ins Gedächtnis der Menschen holen können. Um das aufwändige Projekt stemmen zu können, sind Helfer und Unterstützer jederzeit gern gesehen."
Während auf dem Spielplatz viele Kinder und Familien die frische Luft genießen, blickt Anke Manthei zurück. "Angelegt wurde der Park im Zuge des Schlossbaus durch Freifrau Margarete von Löwendahl etwa um 1737 herum", so Anke Manthei. Es war die Zeit des Barock: Wege und Beete waren streng geometrisch angelegt. Noch heute kann man sich das Ensemble gut vorstellen, obwohl das Schloss 1945 zerstört wurde. Die ehemalige Orangerie, eine Überwinterungshalle für kältempfindliche Pflanzen, gegenüber der Schlosskirche und das Schloss bildeten einen großen, symmetrischen Hof.
Nach dem Tod der Freifrau und der Übernahme des Anwesens gestaltete Graf Einsiedel den Park zu einem Landschaftsgarten mit geschwungenen Wegen, Seen und weitläufigen Rasenflächen um. In der feuchten Elsterniederung gelegen, war das Wasser prägendes Element des Parks. Anke Manthei zitiert aus einem Reiseführer, der 1804 erschien: "Schloss und Park scheinen, blickt man von der Schwarzen Elster darauf, auf dem Wasser zu schwimmen". 1925 wurde der große Teich verfüllt, damit verlor das Wasser seine Bedeutung für das Aussehen des Parks.
"Der Schlosspark wurde nach 1945 zu einem Kulturpark umgestaltet. Viele der Anlagen sind heute noch erhalten. Das macht die Gartenanlage als Zeugnis der Parkgeschichte so vieler Epochen in dieser Region einmalig", erklärt Anke Manthei. Der Spielplatz ist noch immer gut genutzt, Kindergeschrei dringt herüber. Es erinnert daran, was der Schlosspark eigentlich ist: ein Kultur- und Erholungspark mit historischen Wurzeln.


Architekturherbst Lauchhammer

Die nächsten Termine:
6. Oktober, 11 Uhr: Rathaus Lauchhammer: Ausstellungseröffnung "Heinrich Otto Vogel - Baumeister in Zeiten des Umbruchs"
7. Oktober , 11 Uhr, Friedensgedächtniskirche: "Architektur erfahren in Lauchhammer - Präsentation des Architekturpfades Lauchhammer."
7. Oktober , 18 Uhr, Koker: "Bauen für das Volk? Architektur und Städtebau der DDR in Lauchhammer"