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Vom Schlusslicht jetzt abgesetzt

Senftenberg. Beim Blick auf die August-Statistik für den heimischen Arbeitsmarkt steigt die gute Laune bei Lars Albrecht, dem Leiter der Geschäftsstelle Senftenberg der Agentur für Arbeit. Oberspreewald-Lausitz schafft auf dem Arbeitsmarkt weiter Abstand zu den Schlusslichtern, nachdem der Raum Senftenberg die rote Laterne lange nur zu oft selbst hielt. Kathleen Weser

Lübbenau indes hat in der Sommerzeit generell eine Entlastung zu verzeichnen. In Tourismus und Landwirtschaft gehört die Saisonarbeit hier dazu.

"Nach Bad Liebenwerda haben wir in und um Senftenberg im August den zweithöchsten Rückgang der Arbeitslosigkeit verzeichnet. Das ist so stark wie noch nie", bestätigt Lars Albrecht (Bad Liebenwerda minus 25 Prozent; Senftenberg minus 17,6 Prozent). Aber noch sind mehr als 3600 Menschen weiter auf der Suche nach einer neuen Arbeit. Vor fünf Jahren waren es noch doppelt so viele. 774 Menschen sind im hiesigen Geschäftsbereich im August neu wieder in Lohn und Brot gekommen. "Meist in Helferjobs", erklärt der Arbeitsmarkt-Experte. Und in allen Branchen. Ungelernte und Kräfte aus Fremdberufen werden deutlich stärker in den heimischen Betrieben und bei Dienstleistern eingestellt als bisher. Wachstum sei in Gastronomie und Hotellerie sehr deutlich zu spüren. Im Reinigungshandwerk ist der Jobmotor angesprungen. Auch Helfer in der gewerblichen Produktion sind nachgefragt. "Bedarf an Arbeitskräften am heimischen Markt ist da. Die betrieblichen und Bedürfnisse der Jobsuchenden abzugleichen, bleibt aber die große Herausforderung", bestätigt Lars Albrecht. Familie und Beruf, also Kindergartenplatz und Schichtarbeit, unter einen Hut zu bekommen, sei nur eine der gewaltigen Hürden.

Mehr als 780 Arbeitsplätze haben die Vermittler derzeit im Angebot. Fachkräfte-Engpässe machen das Besetzen dieser Stellen in einzelnen Berufen immer schwieriger. Gesucht werden aktuell Fachkräfte im Metall- und Elektrobereich, Berufskraftfahrer, Maler und Lackierer, Kraftfahrzeug-Mechatroniker, Pflegekräfte, Sozialpädagogen sowie Ingenieure und Techniker verschiedener Fachrichtungen.

Helfer, die räumlich und zeitlich mobil und flexibel sind, sind ebenfalls weiter stark gefragt. Arbeitgeber und potenzielle neue Mitarbeiter zueinander zu bringen, wird immer schwieriger. Beratung und Qualifizierung brauchen mehr Zeit, damit Angebot und Nachfrage passgenau zusammengeführt werden können. Positiv entwickelt sich die Integration von Ausländern in den Arbeitsmarkt, sagt Albrecht. 62 Flüchtlinge sind vermittelt.

Zum Thema:
Für das Ausbildungsjahr, das nächste Woche startet, stehen im Landkreis Oberspreewald-Lausitz noch 136 Lehrstellen in unterschiedlichen Branchen bereit. Der leicht verzögerte Eintritt in eine Ausbildung ist noch möglich. Die jungen Leute aber müssten jetzt Tempo machen, sagt Lars Albrecht, der Leiter der Geschäftsstelle Senftenberg der Agentur für Arbeit.Für den Ausbildungsstart 2018 haben die heimischen Betriebe und Dienstleister schon 149 Ausbildungsplätze gemeldet. Zur Ausbildungsmesse "Bleib' Lausitzer" im Regionalen Wachstumskern Westlausitz (RWK) am Sonnabend, dem 23. September, von 10 bis 15 Uhr in der Niederlausitzhalle Senftenberg werde dazu vollumfänglich informiert.