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Vom Dresdner Tatort zur Neuen Bühne Senftenberg

Anna Schönberg
Anna Schönberg FOTO: Steffen Rasche
Senftenberg. Christina Berger, Anna Schönberg, Patrick Gees und Michael Zehentner sind die vier Neuen an der Neuen Bühne. In ihren Antworten auf jeweils zehn RUNDSCHAU-Fragen stellen sie sich vor. hsd1

Heute: Anna Schönberg.

Woher kommen Sie, wie alt sind Sie, wie ist Ihr bisheriger beruflicher Werdegang?

Schönberg: Hallo Senftenberg! Ich heiße Anna Schönberg und bin 38 Jahre alt. Nachdem ich auf dem Dachboden meines Elternhauses in Hildesheim mit Schulfreunden einen Zirkus gegründet hatte, ging ich nach dem Abitur für eine Spielzeit als Elevin ans Maxim-Gorki-Theater Berlin. Von da ging es nach Wien, wo ich am Max-Reinhardt-Seminar Schauspiel studierte. In Österreich war ich am Stadttheater Klagenfurt und in Bregenz engagiert. Mit der Künstlerin Carmen Brucic habe ich am Burgtheater und dem Haus für Musik und Theater (MuTh) in Wien gearbeitet. Ich habe Sommertheater in Ludwigsburg und bei den Burgfestspielen in Bad Vilbel gespielt und war drei Jahre Ensemblemitglied am Theater Paderborn. Außerdem habe ich in der Freien Szene in Leipzig, Berlin und Wien gearbeitet. Dieses Jahr stand ich für die erste deutsche Netflixserie vor der Kamera und werde jetzt im August einen Auftritt beim "Tatort Dresden" haben, sozusagen in der Nachbarschaft!

Was bedeutet Ihnen die Schauspielerei? Warum haben Sie sich dafür entschieden?
Schönberg: Meine Leidenschaft und mein Interesse galt zunächst dem Zirkus. Wenn ich so zurückschaue, ist davon jedenfalls das "Vagabundische" geblieben... Theater schätze ich sehr als einen Ort der Auseinandersetzung: Wir Theaterschaffende mit einem Stoff. Die Zuschauer dann mit dem Theaterabend und wir wieder mit den Zuschauern usw. Außerdem macht es mir Sau-Spaß! Die hohe Aufmerksamkeit und Energie beim Spielen, die Verbundenheit mit den Kollegen und den Zuschauern im Moment. Dieser scheinbare Widerspruch zwischen Genauigkeit und der Anarchie im Spiel.

Welches künstlerische Ereignis hat sich bei Ihnen besonders eingeprägt?
Schönberg: In letzter Zeit haben mich die Arbeiten des Regiesseurs Jan-Christoph Gockel am stärksten beeindruckt. Die Brisanz der Themen bei gleichzeitiger Unterhaltsamkeit, poetisch und humorvoll. Eingeprägt hat sich mir der Schlusssatz seiner Müller/Büchner Inszenierung "Der Auftrag: Dantons Tod": "Ich fürchte mich vor der Schande, in dieser Welt glücklich zu sein."

Welches Theaterstück haben sie wo zuletzt gesehen?
Schönberg: Die Dernière von Dostojewskis "Der Spieler" an der Volksbühne in der Regie von Frank Castorf.

Haben Sie den Namen Senftenberg schon jemals zuvor gehört? Wie kam es zum Engagement an der neuen Bühne?
Schönberg: Ja, eine befreundete Studienkollegin war hier engagiert, und von den Theatererfolgen hab ich natürlich auch gehört.

Ich hatte mich bei Herrn Soubeyrand beworben und wurde zum Vorsprechen eingeladen. Nach der Arbeitsprobe hatte ich einfach den Eindruck, dass hier mit sehr viel Lust gearbeitet wird und es möglich sein könnte, über sich hinaus zu wachsen.

Werden Sie in der Stadt leben?
Schönberg: Na klar. Ich freue mich sehr, die schöne Wohnung eines Kollegen in Theaternähe übernehmen zu können.

In welcher Rolle werden Sie die Senftenberger zuerst sehen - und gefällt sie Ihnen?
Schönberg: Zuerst bin ich als Norne (Schicksalsgöttin) im Nibelungen- Spektakel BlutMordRache zu sehen, das wird ein ziemlicher Spaß.

Wie ist Ihr erster Eindruck vom Ensemble?
Schönberg: Starke Spieler!

Haben Sie eine Traumrolle?
Schönberg: Peer Gynt.

Worauf freuen Sie sich besonders?
Schönberg: Ich freue mich auf die Kollegen und meine neue schöne Wohnung!

Mit Anna Schönberg

sprach Heidrun Seidel