2,5 Millionen Tiere verlassen das Firmengelände jedes Jahr in Richtung Schlachtbetrieb Storkow. Regelmäßig kommt der Tierarzt. Ein Tierarzt ist auch immer dabei, wenn wie diesmal in Calau Geflügelschauen vorbereitet werden. Vorsorglich waren dort Krankenställe eingerichtet und Seuchenmatten vorbereitet worden.
Henning Stübgen, Geschäftsführer der Vetschauer Broilermast, beobachtet gerade jetzt, da alle Welt über die Vogelgrippe spricht, unschlüssige Verbraucher vor den Frischgeflügel-Regalen. Dabei ist klar, dass sich über Fleisch niemand anstecken kann , erklärt er. Wie überhaupt die Ansteckungsgefahr für den Menschen nicht nachgewiesen sei, so Stübgen. Dennoch sei, wie er aus dem Schlachtbetrieb Storkow erfahren habe, der Umsatz von Geflügelfleisch um zehn bis 15 Prozent gesunken. Stübgen erinnert an die Zeit von BSE und sagt: Wir haben heute noch nicht wieder den einstigen Rindfleischverbrauch erreicht. Dabei gebe es nach seiner Auffassung nirgends so scharfe Kontrollen wie in Deutschland.
In der Vetschauer Broilermast werde sehr auf Reinlichkeit und tierärztliche Untersuchungen geachtet, so der Geschäftsführer. Innerhalb von 36 bis 38 Tagen haben die Broiler ihr Schlachtgewicht erreicht. Eine Woche, bevor die Tiere geschlachtet werden, gehen wir nur mit Überschuhen durch die Hallen , erklärt er. Diese Schuhe würden anschließend zur Untersuchung eingeschickt. Bevor die Broiler in den Schlachthof nach Storkow gebracht werden - jedes Jahr sind es etwa 2,5 Millionen - kommt ein Tierarzt in den Betrieb und schaut, ob die Tiere gesund sind.
Sind die Ställe leer, wird die Streu herausgeschoben und von Fahrzeugen der Göritzer Agrar GmbH abgefahren. Maschinell würden die Hallen ausgefegt, so Stübgen, anschließend mit Hochdruck gewaschen. Danach desinfizieren wir die Fußböden und mit Heißnebel die ganze Halle , erzählt Henning Stübgen. Dann werde Stroh kleingehäckselt und 15 bis 20 Zentimeter hoch eingestreut. 1000 Rundballen Stroh brauche das Unternehmen jährlich dafür.
Die Vorsorge gegen die Vogelgrippe bestimmte auch die Kreisjunggeflügelschau am Wochenende in der Calauer Ernst-Mähler-Halle. Wie Hartmut Buchler, Vorsitzender des Kleintierzuchtvereins Calau, einschätzt, sei es ihm und den Züchtern gelungen, trotz besonderer Bestimmungen eine fast mustergültige Ausstellung zu präsentieren. In der Woche davor aber hätte sein Telefon nicht mehr stillgestanden. Die Züchter wollten wissen, was denn nun mit unseren Ausstellungen wird , sagt er. Das sei richtig Stress gewesen. Eine ständige Verbindung zum Veterinäramt sei nötig gewesen, um zusätzliche Anforderungen schnell umzusetzen. Die Käfige waren einreihig aufgebaut und artgerecht. Vorsorglich mussten Krankenställe eingerichtet werden, auch Seuchenmatten wurden vorbereitet. Der Tierarzt , so Buchler, hat den Gesundheitszustand der Tiere überprüft. Zweimal am Tag hätten die Tiere Futter und frisches Wasser bekommen. Manfred Luge, Vorsitzender des Landesverbandes der Rassegeflügelzüchter Berlin/Brandenburg, erklärt, dass die Züchter einsichtig seien und Vorkehrungen für ihre Tiere getroffen hätten. Die Bestände seien zudem sehr überschaubar. (hk/stu)