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Villa in Ortrand brennt lichterloh

Der Dachstuhl der Fabrikanten-Villa Eugen Jetter in Ortrand ist in der Nacht zum Montag aus noch ungeklärter Ursache ausgebrannt.
Der Dachstuhl der Fabrikanten-Villa Eugen Jetter in Ortrand ist in der Nacht zum Montag aus noch ungeklärter Ursache ausgebrannt. FOTO: Mirko Satller/sam1
Ortrand. In der Nacht zum Montag erscheint die Industriebrache der Kunstseide in Ortrand plötzlich in verdächtig hellem Licht. Aus dem Dachstuhl der Fabrikanten-Villa "Eugen Jetter" schlagen meterhohe Flammen. Kathleen Weser

Die Feuerwehren aus dem Amtsbereich und die Kameraden aus Lauchhammer mit der Drehleiter, die der Ausrück-Ordnung der Leitstelle Lausitz zufolge bei einem Hausbrand sofort gerufen werden, eilen herbei. Mit neun Fahrzeugen und etwa 40 Einsatzkräften. Das oberste Geschoss des leer gezogenen Wohnhauses steht beim Eintreffen der Brandbekämpfer voll in Flammen.

Die Feuerwehrleute gehen routiniert ans Löschen. Nach knapp vier Stunden ist die Gefahr gebannt. Das stellt der Schichtleiter der Leitstelle für Rettungswesen, Brand- und Katastrophenschutz nach der turbulenten Nacht fest. Experten der Kriminalpolizei haben gestern begonnen, nach der Ursache des Feuers zu suchen. Die Polizeidirektion Cottbus beziffert den entstandenen Schaden mit "mehreren Tausend Euro". Eigentümer Till Kullmann erklärt, im fernen Bayern spürbar geschockt, eine mittlere sechsstellige Summe ist bereits in Sanierung und Ausbau der Villa investiert worden. Das Dach ist hinüber. Allein das habe 30 000 Euro gekostet. Mit 40 000 Litern Wasser, mit denen die Feuerwehren die Flammen erstickten, dürfte der Schaden weit höher liegen. So die Ferndiagnose. Heute wird sich der Geschäftspartner in Ortrand ein eigenes Bild machen. Willkommen fühlen sich die Bayern, die den alten Dreiseitenhof flott machen und in der Villa zwei große Wohnungen für Familien mit Kindern sowie im Gebäude daneben fünf barrierefreie Wohnungen für Senioren geplant haben, in Ortrand nicht. Einen technischen Defekt, der den Brand ausgelöst haben könnte, und die vage Andeutung eines möglichen Blitzeinschlages hält Tim Kullmann für unwahrscheinlich. "Wir sind nur froh, dass die Feuerwehr so schnell vor Ort war und niemand verletzt wurde", sagt er.

Von Ortrand hat der Unternehmer "die Nase voll". Das Bemühen um das Gelände, das zuvor jahrelang verwahrlost und ungesichert geblieben war, werde feindselig betrachtet. Diebe und Vandalen trieben ständig ihr Unwesen auf dem privaten Grundstück. Erst in der vergangenen Woche waren wieder Dachpfannen geklaut worden.