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| 03:02 Uhr

Viel Soziales im Tarifvertrag der Chemie in Schwarzheide

Schwarzheide. Wie stellen sich Brandenburger Unternehmen auf ihre älter werdenden Fachkräfte ein? Und wie vereinbar sind Beruf und Familie? Diesen und weiteren Fragen ist am Montag Brandenburgs Arbeitsminister Günter Baaske (SPD) mit Vertretern mehrerer Gewerkschaften in großen Unternehmen in Schwarzheide und Lauchhammer nachgegangen. mf

Beeindruckt zeigt sich Minister Günter Baaske vom Besuch bei der BASF Schwarzheide GmbH. Der Chemietarifvertrag sei ein "leuchtendes Beispiel". Es sei das erste Mal, dass soziale Leistungen in dieser Fülle verankert wurden. Die Palette reiche von Arbeitszeitkonten bis hin zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf. "Die Chemie ist ein Beispiel für alle anderen Branchen", so Baaske. Bei der BASF hatten Betriebsrat und Betriebsführung ihre Sicht der Dinge dargestellt.

Aufmerksame Zuhörer waren Vertreter des Deutschen Gewerkschaftsbundes sowie der Gewerkschaften ver.di, IG BCE, IG Bau und Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) sowie von der Arbeitgeberseite die Vereinigung der Unternehmensverbände Berlin und Brandenburg, die Nordostchemie, die DeHoGa und der Handelsverband.

"Wir wollen den Sozialpartnern und der Öffentlichkeit Betriebe zeigen, die mit ihrer Belegschaft zukunftsorientiert arbeiten. Sie wissen, dass sie selbst einen Beitrag leisten müssen, um die Fachkräfte der Zukunft zu gewinnen", so der Minister zum weiteren Anliegen. Baaske weiter: "Wir brauchen starke Arbeitgeberverbände und Gewerkschaften, die mit uns gemeinsam dafür sorgen, dass Brandenburg attraktive Arbeits- und Lebensbedingungen bietet. Wir brauchen handlungsfähige Partner und einen stetigen und konstruktiven Dialog mit ihnen. Diese gemeinsame soziale und ökonomische Verantwortung gibt uns besondere Chancen."

Die Visite des Arbeitsministers bei den Schwermaschinenbauern von Takraf in Lauchhammer fiel für ihn zu kurz aus. Er wolle deshalb wiederkommen, um einen besseren Einblick zu gewinnen. Nur so viel: Geeignete Fachkräfte, sprich Ingenieure, zu bekommen, sei dort noch nicht das große Problem, solange dies über die Bezahlung geregelt werden könne.

Überhaupt hat der Minister nach vielen Firmenbesuchen im Land festgestellt, dass größere Betriebe, die zudem tarifgebunden sind, kaum Probleme mit ausbleibenden Auszubildenden oder Fachkräften hätten. Vielmehr würden Beschäftigte aus kleinen Unternehmen wechseln. "Ich hoffe, dass es gelingt, mehr Betriebe in die Tarifbindung zu bringen", sieht Günter Baaske einen Ansatzpunkt für die Lösung des Fachkräftekonfliktes und ergänzt: "Geld regelt vieles, aber es muss auch das Betriebsklima stimmen." Zudem möchte er mehr junge Leute für die Mitarbeit in Gewerkschaften gewinnen.

Aufgrund der guten Ausstattung mit Plätzen in Kindertagesstätten sieht der Minister einen wesentlichen Punkt bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf in Brandenburg für gegeben. Das Bundesland sei durchaus familienfreundlicher geworden. Nachholbedarf gebe es dagegen bei der Pflege von Angehörigen. Dafür eine Freistellung zu erhalten sei noch ungleich schwerer als für die Betreuung eines Babys. Hier gebe es noch reichlich Arbeit.

Zum Thema:
ist ein Gremium zur Umsetzung der am 31. Mai 2011 von Arbeitsminister Günter Baaske, Doro Zinke, Vorsitzende DGB Berlin-Brandenburg, und Christian Amsinck, Hauptgeschäftsführer der Vereinigung der Unternehmensverbände in Berlin und Brandenburg, unterzeichneten Gemeinsamen Erklärung zur Stärkung der Sozialpartnerschaft in Brandenburg. Sie soll dazu beitragen, die großen strukturellen Herausforderungen der Zukunft im Land gemeinsam zu bewältigen.