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Gute Chancen für Großkonzerte
Viel Platz für große Konzerte am Lausitzring

Seit November 2017 wacht die Prüfgesellschaft Dekra als neuer Eigentümer über das riesige Areal des Lausitzrings. Die Fläche ist etwa 540 Hektar groß.
Seit November 2017 wacht die Prüfgesellschaft Dekra als neuer Eigentümer über das riesige Areal des Lausitzrings. Die Fläche ist etwa 540 Hektar groß. FOTO: Patrick Pleul / dpa
Klettwitz. Beim Ausbau des Zentrums für automatisiertes und vernetztes Fahren macht die Dekra mächtig Tempo am Lausitzring. Immer optimistischer klingen die Chancen für Großveranstaltungen. Von Jan Augustin

AC/DC 2001, Herbert Grönemeyer 2004 - und 2019 Robbie Williams? Auszuschließen ist es zumindest nicht, dass der britische Sänger nach Klettwitz kommt, um dort vor Zehntausenden Fans ein Konzert zu geben. Volker Noeske, der Leiter des Technology-Centers der Dekra am Lausitzring, bestätigt jedenfalls gute und vertrauliche Gespräche mit einem renommiertem Vermarkter, der den Rockstar bereits unter Vertrag gehabt hat. Für dieses Jahr sind Großkonzerte allerdings noch kein Thema für den neuen Eigentümer des Lausitzrings. Denn die Vorlaufzeit für derartige Musikevents mit mehr als 50 000 Besuchern betrage mindestens zwölf Monate.

Ohne große Veranstaltungen geht dieses Jahr trotzdem nicht zu Ende. Höhepunkt soll die Deutsche Tourenwagen-Meisterschaft am 19. und 20. Mai werden. „Die DTM ist fix“, bestätigt Volker Noeske. Der DTM-Rechteinhaber und -Vermarkter ITR trete als wirtschaftlicher Veranstalter auf - gemeinsam mit der Dekra als Partner. Nur ein sportlicher Ausrichter werde noch gesucht. „Daran wird es aber nicht scheitern“, versichert Volker Noeske, der sich auch noch berechtigte Hoffnung für drei weitere Großveranstaltungen macht. So werben nicht nur die Macher des Reisbrennens dafür, vom 3. bis zum 5. August für ein internationales Treffen für japanische Fahrzeuge und Tuning zurück auf den Lausitzring zu kommen. Auch die Veranstalter des Tough Mudder, dem spektakulären Schlamm-Hindernislauf, kündigen den nächsten Wettkampf für das erste September-Wochenende an. Zudem bestätigt Volker Noeske gute Gespräche mit den Organisatoren der Internationalen Deutschen Motorradmeisterschaft (IDM), die ihr Comeback in Klettwitz vom 24. bis 26. August feiern wollen.

Nach dem „schleichenden Tod des Lausitzrings“, wie es das größte deutsche Boulevardblatt vorausgesagt hat, hören sich diese Ankündigungen jedenfalls nicht an. Spekulative Schlagzeilen vom Ende der Strecke geisterten über Wochen durch die deutsche Medienlandschaft, nachdem die Prüfgesellschaft Dekra im Sommer vergangenen Jahres bekannt gegeben hatte, das Areal und benachbarte Grundstücke mit einer Gesamtfläche von 540 Hektar aufzukaufen. Die Dekra will auf dem Gelände Europas größtes unabhängiges Zentrum für automatisiertes und vernetztes Fahren bauen - und ist dabei schon auf einem gutem Weg.

Der Ausbau beginnt mit einer großräumigen Einfriedung mit Zaun und Toren, um das Gelände vor neugierigen Blicken zu schützen. Geplant ist auch eine neue Einfahrt zum Empfangsgebäude, erläutert Volker Noeske. Die Parkplätze sollen zu Stadtkursen umgebaut werden. Zur Verfügung stehen dann zwei City-Kurse, ein Überlandkurs und eine Autobahnstrecke. Als Kulisse könnte künftig auf die Expertise der Babelsberger Filmstudios zurückgegriffen werden. Die Wirtschaftsförderung Brandenburg hatte eine Zusammenarbeit angeregt, bestätigt der Dekra-Manager. Gespräche kündigt er für das Frühjahr an. Noch genügen aber die bestehenden Containerlösungen für die Testfahrten. Derzeit könne die Dekra etwa 60 Prozent der Fläche für ihre Tests nutzen. Ende dieses Jahres sollen es 80 Prozent sein, erklärt der Chef des Technology-Centers.

Volker Noeske, Leiter des Dekra Technology Centers in Klettwitz, klingt sehr optimistisch.
Volker Noeske, Leiter des Dekra Technology Centers in Klettwitz, klingt sehr optimistisch. FOTO: Patrick Pleul / dpa