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| 02:44 Uhr

Verraten und Ende (verkauft)

Leserbrief. Zum Beitrag "Senftenberger verlieren Busverkehr", LR vom 21. Dezember, schreibt Eckart Philipp unter anderem:Die Kritik von Herrn Walter kann ich gut nachvollziehen.

Zu den Kriterien der Ausschreibung konnte der Landkreis Vorgaben zur Qualität und zu sozialen Bedingungen für die Beschäftigten machen, dazu gehört unter anderem die Übernahme der Beschäftigten. Tatsache ist, dass es den Kreis keinen Cent gekostet hätte, wenn er eine europäische Richtlinie zur Mitarbeiterübernahme mit aufgenommen hätte. Sie ist zwar kein Gesetz, aber wir sind Bürger dieses Kreises und erbringen Dienstleistungen für alle Einwohner in diesem Kreis. Leider sind die Kreistagsmitglieder anderer Auffassung. So erhalten jetzt alle Beschäftigten der SBN ihre Entlassung zum 31. Juli.

Nun interpretiert der Kreis, die Entlassenen könnten sich beim Gewinner der Ausschreibung bewerben. Doch der Erwerber muss laut Ausschreibungsbedingungen nur den Entgelttarifvertrag des Spartentarifvertrages Nahverkehr Land Brandenburg anwenden. Zu einem Tarifvertrag gehört aber mehr als nur die Vergütung. Das sollte auch ein Gesamtbetriebsratsvorsitzender (Herr Gunder) wissen. Der SBN hat einen solchen Tarifvertrag. Das bedeutet für die Kollegen, bei Einstellungsbewerbung beim Gewinner einen monatlichen Einkommensverlust von bis zu 440 Euro. Das muss dann auch richtigerweise vom Sprecher des Landkreises so dargestellt werden. Hier findet Sozialdumping im großen Stil statt. Von den Mitgliedern des Kreistages hieß es immer wieder: Kein Mitarbeiter der SBN wird nach der Ausschreibung schlechter gestellt sein als vorher. Ach ja, die politische Verantwortung dafür übernimmt die SPD, so Herr Gunder, Fraktionsvorsitzender der SPD- Kreistagsfraktion. Was bedeutet SPD gleich? Mein Opa erklärte mir mal - das ist eine sozialdemokratische Partei - lang, lang ist es her. Danke, liebe Kreistagsmitglieder, dass Sie für den Verlust unserer Arbeitsplätze gesorgt haben und wir voller "Zuversicht" in die Arbeitslosigkeit blicken können.