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Verliebt den Studienabschluss vergoldet

Lassen's sich gut gehen: Die Seminargruppe "C 64" genießt 50 Jahre nach Studienabschluss an diesem Wochenende Sonne und Senftenberger See. Erika und Gerhard Wagner (stehend) feiern gleichzeitig goldene Hochzeit.
Lassen's sich gut gehen: Die Seminargruppe "C 64" genießt 50 Jahre nach Studienabschluss an diesem Wochenende Sonne und Senftenberger See. Erika und Gerhard Wagner (stehend) feiern gleichzeitig goldene Hochzeit. FOTO: Jan Augustin
Senftenberg. Erika und Gerhard Wagner haben vor 50 Jahren ihre Zeit an der Senftenberger Ingenieurschule erfolgreich beendet – und gleich geheiratet. Jan Augustin

Auf der Terrasse des Strandhotels am Senftenberger See könnte die Stimmung kaum besser sein. Zur Mittagszeit lacht die Sonne. Gute Laune herrscht auch bei "C 64". Die Seminargruppe Chemie, Jahrgang 1964, der Senftenberger Ingenieurschule feiert rundes Jubiläum: 50 Jahre Studienabschluss. Das erste Bier macht die Runde. Im Hintergrund gleitet die "Santa Barbara" übers Wasser. Es wird gelacht und geplaudert, vor allem über die alten Zeiten. Gerhard und Erika Wagner aus Gleina in Sachsen-Anhalt erinnern sich besonders gern an eine Zusammenkunft vor 50 Jahren in der Peter-Paul-Kirche. "Die ganze Seminargruppe hat in der Kirche gesungen", berichtet Erika Wagner. Das war zu ihrer Eheschließung. Nun feiern Wagners goldene Hochzeit. Und dabei: C 64.

Seit Jahrzehnten treffen sich die Absolventen. Die Abstände aber werden immer kürzer. Von 28 Ingenieuren sind noch 19 dabei. Gerhard Wagner (72) betont: "Das ist eine Truppe, die zusammenhält." Seit ihrem ersten Treffen nicht mehr aus den Augen gelassen haben sich auch Gerhard und Erika Wagner. Bei der Weihnachtsfeier der Volleyballer im ehemaligen "Damhirsch" war das. Nach dem Studium fangen beide im Mineralölwerk Lützkendorf an. Bei Addinol, die jetzt in Leuna sitzen, ist Gerhard Wagner zuletzt Leiter im Einkauf. Seit 2010 genießt er das Rentnerdasein. Viel eher musste Erika Wagner unfreiwillig in den Ruhestand gehen. Es ist der 23. Februar 1994. An den Tag erinnert sich die heute 71-Jährige noch genau. Sie verlässt gerade ihr Büro - eine Handelsvertretung von Shell - als sie brutal überfallen wird. Der Täter will ihr Auto und bekommt es mit Gewalt. Erika Wagner erleidet nicht nur tiefe Schnittwunden in den Händen. Auch psychisch geht es ihr eine Zeit lang schlecht.

Davon ist heute nichts mehr zu spüren. "Wir sind zufrieden", sagen sie. Zwei Mädchen sind groß gezogen, stolz sind sie auch auf die vier Enkelkinder und den Urenkel. "Alles im grünen Bereich", sagt Gerhard Wagner. In die Lausitz kommen beide regelmäßig - Verwandte besuchen, die sich weiter wandelnde Region erkunden. "Wir wertschätzen das, was hier alles wächst. Aber bei uns lebt es sich auch gut."