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| 14:59 Uhr

Tarifstreit am Klinikum Niederlausitz geht weiter
Verhärtete Fronten im Tarifstreit

Senftenberg/Lauchhammer. Im Ringen um höhere Gehälter für die knapp 1000 Krankenschwestern und Pfleger im Klinikum Niederlausitz hat es auch in der 6. Tarifrunde keine Einigung gegeben. Von Andrea Budich

Keine Annäherung trotz eines Kompromissvorschlages und verhärtete Fronten - das ist der derzeitige Stand der Tarifverhandlungen für die 915 nichtärztlichen Beschäftigten in den beiden Krankenhäusern Senftenberg und Lauchhammer der Klinikum Niederlausitz GmbH. „Auch in der sechsten Verhandlungsrunde ist keine Einigung erzielt worden“, bestätigt verdi-Verhandlungsführer Ralf Franke.

„Wir verschließen uns nicht Kompromissen und schauen nicht auf die Kommastelle. Aber es bewegt sich nichts“, kommentiert der Verhandlungsführer. Er nimmt dabei Bezug auf den von der verdi-Tarifkommission unterbreiteten Kompromissvorschlag. Statt neun Prozent Entgelterhöhung ab Januar 2018 fordert die Gewerkschaft darin fünf Prozent Entgelterhöhung, jedoch mindestens monatlich 100 Euro ab März 2018 und weitere 4,5 Prozent Entgelterhöhung ab April 2019. Damit würde das Gehalt von Senftenbergs Krankenschwestern auf rund 96 Prozent des monatlichen Entgeltes im Carl-Thiem-Klinikum Cottbus anwachsen. Das Weihnachtsgeld würde mit dem Krompromiss noch weit unter dem in Cottbus liegen.

Für die Arbeitgeberseite sind diese Forderungen „so weit von den Möglichkeiten des Klinikums entfernt, dass keine Zustimmung erfolgen kann“. Das bestätigen die Geschäftsführer Hendrik Karpinski und Uwe Böttcher. Bei einem durchschnittlichen Jahresüberschuss von rund einem Prozent wären Personalkostensteigerungen in dieser Höhe nur mit einem Personalabbau möglich. Hinzu komme die schwierige wirtschaftliche Situation nach der massiven Grippewelle Anfang des Jahres mit spürbaren Einnahme-Lücken.

Am kommenden Montag wird weiter verhandelt. Vom verdi-Bundesvorstand liegt inzwischen eine Streikgenehmigung vor. „Ob davon Gebrauch gemacht wird, ist derzeit noch offen“, lässt sich Verhandlungsführer Ralf Franke nicht in die Karten schauen.