| 02:50 Uhr

Verein wirbt für Biotechnologie

Senftenberg. Ein Leben ohne Biotechnologie geht für Susann Barig überhaupt nicht. Die 38-jährige Finsterwalderin hat dieses Fach nicht nur studiert, sondern darin auch promoviert.

Der BTU Cottbus-Senftenberg dient sie als wissenschaftliche Mitarbeitern am Institut, na klar, für Biotechnologie. Und als Vorsitzende des 2003 gegründeten Lausitzer Biotech-Vereins will sie vor allem eins: Werbung für ihre Wissenschaft machen. "Viele wissen ja überhaupt nicht, dass die Biotechnologie im täglichen Leben eine große Rolle spielt", sagt sie. Und so wird ihr Fach nicht nur als die Schlüsseltechnologie des 21. Jahrhunderts bezeichnet, sondern auch als der nächste große Innovationstreiber der deutschen Volkswirtschaft. "Das wichtigste ist, die Biotechnologie in der Region bekannter zu machen und zu stärken", sagt die dreifache Mutter in ihrem Büro auf dem Senftenberger Campus.

"Unser Ziel ist es, dass die Menschen in der Lausitz die Biotechnologie vor Ort und im Allgemeinen, das heißt im täglichen Leben, besser wahrnehmen", sagt die. Das bekannteste Projekt des Vereins dreht sich um den asiatischen Zucht- und Heilpilz Shiitake.

Durch die Organisation und Unterstützung von Vorträgen und Veranstaltungen rund um diesen Pilz sei das Interesse von Investoren geweckt worden, die vor Jahren eine Shiitake Zuchtanlage in Hoyerswerda aufgebaut haben. Auch heute bietet die Integra Hoyerswerda GmbH selbst gezüchtete Bio-Shiitake an. Der Lausitzer Biotech-Verein unterstützte dieses Vorhaben durch Verkostungen als Shiitake-Brotaufstrich oder als Pilzpfanne sowie mit Informationsständen. "Dies sollte das Interesse der Bevölkerung wecken und den Absatz des Produktes unterstützen", erläutert die Vereinsvorsitzende. Um Informationen über den Pilz für eine breite Öffentlichkeit zugänglich zu machen, hat der Verein zudem eine Internetseite erstellt und betreut diese.

Seit 2008 ist Susann Barig die Vorsitzende des Vereins. Etwa 30 Mitglieder gehören ihm an. Die Fluktuation sei groß, da viele Studenten unter den Mitgliedern sind. Einer ist Michael Richter, Biotechnologie-Student im 5. Semester. Der 20-jährige Merseburger (Sachsen-Anhalt) hat sich dem Verein vor einem Jahr angeschlossen. Seine Position: Protokollführer. Von den Bedingungen an der Uni schwärmt auch er: Relativ wenige Studenten treffen auf recht viel Lehrpersonal. Die Ausstattung mit hochmodernen Geräten und die Möglichkeit, an ihnen zu arbeiten, sei sehr gut. Auch das Magazin Zeit sieht den Bachelor-Studiengang Biotechnologie in Senftenberg im aktuellen Hochschulranking in der Spitzengruppe. Für den Arbeitsmarkt- und Berufsbezug bekam das Fach die maximale Punktzahl. Insgesamt gibt es im Bachelor und Master derzeit etwa 230 Studierende.

Zum Thema:
Die Zugangsvoraussetzungen für das Biotechnologie-Studium im Bachelor und Master an der BTU Cottbus-Senftenberg sind das Abitur oder das Fachabitur. Ein Numerus clausus ist nicht notwendig. Nach einem Bachelorabschluss ist entweder der Master in Biotechnologie oder in Angewandter Chemie möglich. Absolventen der Biotechnologie arbeiten in der Biotech-, Pharma-, oder Kosmetikindustrie, als Produkt- und Vertriebsmanager oder in den Bereichen Produktion und Qualitätsmanagement. Außerdem sind sie in Zulassungsbehörden und in diagnostischen Laboren tätig. Über das College können Interessierte Online-Fachtests durchführen, Vorbereitungskurse wie Mathe und Soft Skills belegen oder Studienbegleitungen in Anspruch nehmen. Studiengangsleiterin ist Dr. Barbara Hansen. Mehr Infos unter: www.b-tu.de/studium