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| 18:27 Uhr

Ortrander krempeln die Ärmel hoch
Unterm Wildwuchs das Freibad gesucht

Dass hier früher geflieste Becken und Duschen das Ortrander Freibad prägten, war nach vier Jahren Wildwuchs kaum noch zu erkennen. Auch diese Frauen rückten beim Arbeitseinsatz des Vereins der wuchernden Pflanzenwelt in der Anlage zu Leibe.
Dass hier früher geflieste Becken und Duschen das Ortrander Freibad prägten, war nach vier Jahren Wildwuchs kaum noch zu erkennen. Auch diese Frauen rückten beim Arbeitseinsatz des Vereins der wuchernden Pflanzenwelt in der Anlage zu Leibe. FOTO: Mirko Sattler
Ortrand. Bürgern aus Ortrand ist es nach wie vor ernst mit der Wiedereröffnung des seit 2014 brach liegenden Freibades in ihrer Stadt. Die Mitglieder eines neu gegründeten Vereins haben jetzt mit dem Aufräumen und mit dem Grünschnitt begonnen. Von Mirko Sattler

Seit das Ortrander Freibad im Jahr 2014 wegen unaufbringbarer Betriebskosten geschlossen werden musste, ist viel Gras und Gestrüpp über die Anlage gewachsen. Nun gehen die Mitglieder des neu gegründeten Vereins Wassersportgemeinschaft 1925 gegen den Verfall und das Zuwuchern vor. 30 Vereinsmitglieder haben unlängst bei einem ersten Arbeitseinsatz die Ärmel hoch gekrempelt und im verwilderten Freibad Hand angelegt. Denn das Ziel einer Wiedereröffnung des Freibades ist nicht aus dem Blickfeld geraten.

„Seit vier Jahren wurde hier im Bad ja nichts mehr gemacht. Das sieht man der Anlage inzwischen auch an“, sagt Ortrands ehrenamtlicher Bürgermeister Niko Gebel. Er führt auch den Verein zur Rettung des Freibades an. Mit Traktor, Rasenmähern, Heckenscheren und Sägen rückten die Männer und Frauen dem wuchernden Grün in der Badanlage zu Leibe. Nach gut anderthalb Stunden Arbeit war schon wieder zu ahnen, wie das Bad vor vier Jahren ausgesehen hat. „Wir sind optimistisch und werden hoffentlich auch den letzten Skeptiker davon überzeugen mit anzupacken. Wir schaffen das“, so Gebel weiter.

Dass sogar der Angelteich neben den Freibadbecken wieder sichtbar wurde, freut Schatzmeisterin Juana Bruntsch-Zieger.

Derzeit hat die Wassersportgemeinschaft 1925 Ortrand genau 39 aktive Mitglieder plus drei Fördermitglieder. Ziel ist es jedoch, noch in diesem Jahr einen Mitgliederstamm von etwa 60 Unterstützern zu haben.

Nachdem der Verein jetzt auch im Vereinsregister eingetragen ist, will der Vorstand in den nächsten drei Wochen eine Rundreise in andere kleine Bäder in Brandenburg und Sachsen unternehmen, um mit den dortigen Betreibern ins Gespräch zu kommen. Welche Betriebsformen könnten auch für das 5000 Quadratmeter große Ortrander Bad interessant und relevant sein?

Derzeit warten die Vereinsmitglieder noch auf ein Schreiben vom Finanzamt mit der Bestätigung der Gemeinnützigkeit. „Wenn wir diese Bestätigung haben, können wir dann auch Spendenquittungen ausgeben. Drei große Spender stehen dazu schon in den Startlöchern. Aber auch kleinere Spenden sind bei uns sehr willkommen“, sagt Schatzmeisterin Juana Bruntsch-Zieger.

Denn der Verein hat weiterhin die Neueröffnung des Bades in der Saison 2019 im Auge. Doch bis dahin ist noch viel zu tun. „Um das Bad nachhaltig zu nutzen, müssen wir es noch umbauen. Das ist ja klar“, sagt Niko Gebel. Das bevorzugte Konzept eines Naturbades bedeute jedoch nicht gleichzeitig den Rückbau des Beckens. „Vielmehr wollen wir in Sachen Chemie und Pumpentechnik sparen“, sagt der Bürgermeister und Vereinschef.

Voraussichtlich im Oktober soll es noch einen zweiten Arbeitseinsatz auf dem Freibad-Gelände geben, um die Anlage auch winterfest zu machen. Im Anschluss an die Arbeit will der Verein dann schon zu einem Fest mit großem Lagerfeuer auf das Gelände einladen.