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Verbindung Lauchhammer nach Kostebrau wird gesperrt

Lauchhammer. Die Kostebrauer und alle, die aus Richtung Lauchhammer-Ost in das Bergdorf und wieder zurück wollen, stehen vor einer langen, harten Geduldsprobe. Vom 8. Februar an bis Ende November wird die Landesstraße 60 voll gesperrt. Sie muss gesichert werden, weil sie auf Bergbaugrund liegt. Manfred Feller

Die Einwohner und Gäste von Kostebrau erwischt es abermals. Die bergbaubedingten Straßensperrungen nach Lichterfeld und mehrfach nach Schipkau haben sie kaum überstanden, da folgt die angekündigte Nächste. Ab dem 8. Februar geht nichts mehr auf dem 2665 Meter langen L 60-Abschnitt zwischen Lauchhammer-Ost und Kostebrau. Auch die Knotenpunkte nach Lichterfeld und Schipkau sind dann dicht. "Das gilt ohne Ausnahme auch für Radfahrer", informiert Dr. Uwe Steinhuber, Sprecher der auftraggebenden Bergbausaniererin LMBV. Der Fahrradweg wird dort erneuert, wo er dicht am Straßenkörper verläuft.

Was geschieht auf der Landesstraße? Um Baufreiheit zu schaffen, werden zunächst Bäume gefällt und Sträucher entfernt. Die Strabag-Niederlassung Senftenberg als Hauptauftragnehmerin beginnt dann mit dem Abfräsen der alten Fahrbahn und dem Abtragen des Unterbaus. Dazu gehören auch die Anschlussstellen Lauchhammer-Ost/Lichterfeld und Kostebrau/Schipkau. Der Baustellenbereich zieht sich von diesen Knotenpunkten 126 Meter in Richtung Lauchhammer-Ost beziehungsweise 146 Meter in Richtung Kostebrau.

Dann wird die Straße neu aufgebaut und gegen Setzungen geschützt. Dafür wird auf einer Breite von 13 Metern ein den neuen Unterbau stabilisierendes Geogitter eingebaut. Es folgen ein 70 Zentimeter starkes Schotterbett sowie der eigentliche Straßenkörper mit Schottertragschicht (30 Zentimeter) und Asphalt (20 Zentimeter).

Dieser komplette Neuaufbau auf der ehemaligen bergbaulichen Fläche wird laut der LMBV auch dazu genutzt, um die Verkehrsführung zu ändern. Die L 60 wird nach ihrer Fertigstellung von Schipkau bis Lichterfeld durchgehend als Hauptstraße geführt. Die Anschlüsse Lauchhammer-Ost und Kostebrau werden untergeordnet.

Wegen der verkürzten Bauzeit auf Druck von Lauchhammer und Kostebrau (ursprünglich sollte etwa ein Jahr voll gesperrt werden) kann es auf dem 2,6 Kilometer langen Abschnitt noch bis etwa Ende Juni 2017 Behinderungen aufgrund von Nacharbeiten geben.

Lauchhammers Bürgermeister Roland Pohlenz (parteilos) versichert, dass die Stadt peinlichst auf das Einhalten der Bautermine achten wird. Denn daran hängen nicht nur weite Umwege, sondern zum Beispiel auch der ausgehandelte Busverkehr. Alle Schüler würden pünktlich den Unterricht erreichen und auch wieder abgeholt. Einige müssten jedoch längere Wartezeiten in Kauf nehmen. Dem vorausgegangen waren Verhandlungen mit dem Landkreis als Aufgabenträger. Den befristeten neuen Fahrplan hätten die Lauchhammeraner erhalten. "Parallel dazu sind alle Eltern mit einem persönlichen Brief informiert worden", so Roland Pohlenz.

Für Notfälle sei die Leitstelle Lausitz informiert, wie sie ab dem 8. Februar die Einsatzfahrzeuge dirigieren müsse. Zusätzlich wurde nach Auskunft von Martin Konzag, Bauamtsleiter in der Gemeinde Schipkau, die Alarm- und Ausrückeordnung der Feuerwehr geändert. Den Erstschlag führe im Bedarfsfall dann die Feuerwehr Schipkau, die bisher nach Lauchhammer an zweiter Stelle rangierte. Das Nachsehen aufgrund des fehlenden Durchgangsverkehrs hätten auch die Schipkauer Gewerbetreibenden. Diese haben wegen der Sperrungen schon mehrfach Einbußen beklagen müssen.

Zur Selbsthilfe in der Not hat der Kostebrauer Seniorenclub mit seinem Vorsitzenden Jürgen Noack gegriffen. Arztbesuche der nicht mobilen Älteren sollen bei Bedarf ebenso abgesichert werden, wie das Einlösen von Rezepten. Ein guter Partner bei vielen Belangen sei das "Haus am Wiesengrund".

Von den Betreibern des Bäcker- und des Fleischerwagens gebe es die Zusage, dass das Dorf weiterhin versorgt wird. Ab März sollen sogar Waren des täglichen Bedarfs hinzukommen. Auf Antrag würden wegen des Umweges die Standgebühren erlassen. Auch die Seniorennachmittage mit Gästen aus Lauchhammer würden abgesichert. Nächster Höhepunkt ist die 25. Rosenmontagsfeier am 8. Februar.