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| 16:09 Uhr

Variland im Tierpark Senftenberg
Vari-Land noch in Warteposition

Zu den neuen Tierparkbewohnern gehört Steppenfüchsin Heidi. Tierpflegerin Petra Biela kümmert sich darum, dass es Heidi, die normalerweise in den Weiten Russlands zu Hause ist, auch in Senftenberg an nichts fehlt.
Zu den neuen Tierparkbewohnern gehört Steppenfüchsin Heidi. Tierpflegerin Petra Biela kümmert sich darum, dass es Heidi, die normalerweise in den Weiten Russlands zu Hause ist, auch in Senftenberg an nichts fehlt. FOTO: Rasche FOTOGRAFIE
Senftenberg. Der Senftenberger Tierpark hat das erste Drittel der Investitionssumme eingeworben. Von Torsten Richter-Zippack

Das geplante Vari-Land im Senftenberger Tierpark schmort weiter auf der Wunschliste. Für das von Besuchern begehbare Gehege werden 40 000 Euro benötigt. Die satte Summe muss ausschließlich durch Spenden eingeworben werden. 13 000 Euro sind jetzt im Topf. Das ist bei Weitem noch zu wenig, bestätigt Tino Jörke, der Geschäftsführer der Integrationswerkstätten Niederlausitz. Eine Tochtergesellschaft bewirtschaftet den Tierpark, den vor allem Familien sehr gern besuchen.

Die flinken und possierlichen Roten Vari und Kattas sind besonders beliebt. Die Feuchtnasenaffen sind relativ frisch eingebürgert in Senftenberg. Doch süßer Nachwuchs hat sich schon eingestellt.

Varis sind eine Lemuren-, also Affenart, die auf der afrikanischen Insel Madagaskar beheimatet ist. Die Tiere gelten als akut vom Aussterben bedroht. Auch deshalb hat sich das Team des Mini-Zoos für sie als neue Bewohner entschieden.

Tierparkleiter Holger Loser versichert, das Wohl der Tiere steht an erster Stelle. Viel Platz und Rückzugsraum sind notwendig. Deshalb soll der bereits liebevoll zum Halbaffen-Domizil neu gestaltete Aufenthaltsraum der Tierpfleger auch möglichst schnell um das großzügige und begehbare Gehege ergänzt und dann ein rund 400 Quadratmeter großes Vari-Land ergeben. Um die Geldmittel aufzubringen, sind „Vari-Taler“ in verschiedenen Preisklassen entworfen worden.

Etwa 350 Tiere und knapp 60 Arten leben auf dem nur einen Hektar großen Areal des Mini-Zoos zu Füßen der Senftenberger Festung. „Wir gehören mit zu den kleinsten Tierparks der Region“, sagt Tino Jörke. „Klein, aber fein“, ergänzt Holger Loser.

Neu eingezogen sind zwei Korsaks. Die flinken Steppenfüchse, die in den Weiten Russlands und Kasachstans zu Hause sind, haben die Augen überall.

Ebenfalls neu ist das Streichelgehege. Hier lassen sich Thüringer Waldziegen und Ovambo-Ziegen vor allem von den Kindern streicheln. „Diese Tiere sind besonders niedlich. Deshalb haben wir uns für diese Arten entschieden“, erläutert Holger Loser. Tierpark-Prokurist Arndt Röhling ergänzt, die Gäste sollen immer wieder auch Neues entdecken. Und die Lausitzer leisten einen Beitrag, um bedrohte Haustierrassen wie eben die Thüringer Wald-Ziegen zu erhalten.

Für besondere Spannung sorgt Alpaka-Dame Sissi. „Wir hoffen auf Nachwuchs“,sagt Arndt Röhling. Ob es geklappt hat, werde sich aber erst im Spätsommer zeigen. Für September hoffen die Tierpfleger auf eine Geburt.

Winterschlaf halten nur wenige Tierpark-Bewohner. „Unsere neun Schildkröten überwintern derzeit“, sagt Holger Loser. Erst im April wachen sie allmählich auf.

Im vergangenen Jahr haben rund 40 000 und damit etwas mehr Menschen als im Vorjahr den Senftenberger Tierpark besucht. Der größte Gästeansturm kommt übrigens aus Sachsen.

Laut einer Befragung des Zweckverbandes Lausitzer Seenland Brandenburg (LSB) gehört der Tierpark zu den fünf Hauptattraktionen für Urlauber in der Reiseregion. Neben Gästen aus Tschechien, Schweden und den USA haben auch Koreaner angefragt.