Von Andrea Budich

Das war es wohl mit dem Gewitter: Die Front  hatte in der Nacht zum Dienstag gegen 23.30 Uhr Lauchhammer erreicht. Es hat geschüttet, gedonnert, geblitzt, gestürmt und gehagelt. Die ganz großen Schäden blieben aber glücklicherweise aus. Umgestürzte Bäume waren unterm Strich der häufigste Grund für die Feuerwehren auszurücken.

Chef-Hobbymeteorologe Rudolf Kupfer aus Lindenau ordnet das Unwetter als ein „härteres Gewitter“ ein. „Den Regen haben wir dringend gebraucht, besser verteilt wären die Niederschläge aber nützlicher gewesen“, schätzt er am Dienstag ein. Die Regen-Ergiebigkeit an den einzelnen Standorten ist erneut sehr unterschiedlich ausgefallen.

Regen-Rekordhalter in OSL ist Klettwitz mit 39 Millimetern. In Calau wurden 30 Millimeter erreicht, in Großräschen noch 25. Weitaus geringere Mengen verzeichnen die Messbecher in Lindenau (13 Millimeter), in Großkoschen (9 Millimeter) und Ortrand (8 Millimeter). Die erheblichen Niederschläge wurden vielerorts in weniger als einer Stunde bei einem beachtlichen Wolkenbruch erzielt. Mit den neun Litern in der Nacht zum Dienstag in Großkoschen erhöht sich die Juni-Regenbilanz in der Seegemeinde auf knapp 13 Liter. Zur Monatsnorm für Juni mit 64,7 Litern fehlt damit noch ein geschüttelt Maߓ, ordnet Wetterexperte Klaus Hirsch die Niederschlagsmenge ein.

Begleitet war der Wolkenbruch von Sturmböen bis zur Windstärke 8 und einigen Hagelkörnern wie in Hosena und einem lang anhaltenden intensiven Wetterleuchten am Himmel. „Das Gewitter war weit weg, aber sehr gut zu sehen“, beschreibt Hirsch das Phänomen, das in dieser Intensität schon lange nicht mehr beobachtet werden konnte.

Mit drei Einsätzen ab 23.30 Uhr war es für die Retter von der Feuerwehr in Lauchhammer nach Einschätzung von Stadtwehrführer Silvio Spiegel eine „normale Gewitternacht“. Umgestürzte Bäume und Baustellen-Absperrungen hielten die Kameraden in Atem. Einsatzorte waren die Finsterwalder Straße, die Grundhofstraße sowie die Ortsverbindung zwischen Lauchhammer-West und Grünewalde.

In Senftenberg heulten die Sirenen gegen 23.40 Uhr. Ein Baum war auf der Bundesstraße 96 zwischen Sedlitz und dem Bermuda-Dreieck umgestürzt. Auch bei Meuro waren Bäume und größere Äste von der Fahrbahn zu entfernen.

Größere witterungsbedingte Zwischenfälle sind der Polizei und der Feuerwehr nach dem Überqueren der Unwetterfront im Oberspreewald-Lausitz-Kreis nicht bekannt geworden. Der Wolkenbruch war heftig, hat aber noch lange nicht das Niederschlagsdefizit ausgleichen können. „Solange der Kuckuck munter schreit, fürchte die Trockenheit“, führt Rudolf Kupfer dazu eine alte Bauernweisheit ins Feld. Und der Kuckuck war am Dienstag in der Region noch recht lautstark zu hören.