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| 12:13 Uhr

Bergbausanierung
Unterirdische Rohrtrasse rettet Schmalen See

Dieses Rohr wird mehr als einen halben Kilometer durch den Boden von Koyne bis zum Koynesee getrieben.
Dieses Rohr wird mehr als einen halben Kilometer durch den Boden von Koyne bis zum Koynesee getrieben. FOTO: LR / Torsten Richter-Zippack
Kleinleipisch. Eine westfälische Firma treibt bei Kleinleipisch aktuell eine 600 Meter lange Wassertrasse zum Koynesee. Von Torsten Richter-Zippack

Jede Menge Technik säumt dieser Tage das Südufer des Schmalen Sees nahe der zu Kleinleipisch gehörenden Siedlung Koyne. Eine Spezialfirma aus dem Kreis Steinfurt (Nordrhein-Westfalen) errichtet dort im Auftrag der Bergbausanierer der Lausitzer und Mitteldeutschen Bergbau-Verwaltungsgesellschaft mbH (LMBV) eine rund 600 Meter lange Rohrleitung. Diese soll das Kleinleipischer Drainage-Wasser zum Koynesee, einem Restloch des alten Tagebaus Kleinleipisch, abführen. Der Clou dabei: Die Fachleute treiben das Rohr mittels modernster Technik unter der Erde zum Koynesee. Die Arbeiten, so sagen sie, dauern nur wenige Tage, dann sei alles fertig.

Eine Alternative sei eine offene Baustelle gewesen, erläutert LMBV-Projektmanager Frank Sauer. Allerdings hätte dafür eine 600 Meter lange und bis zu 50 Meter breite Trasse durch die Landschaft geschlagen werden müssen. Um dies zu vermeiden, hätten sich die Experten für die unterirdische Variante entschieden.

Ursprünglich wollte die LMBV das stark eisenhaltige Drainage-Wasser in den wesentlich näheren Kleinleipischer See einleiten. Doch daraus erwuchs ein massiver Protest der Einheimischen. Der Grund: Der Schmale See weist eine fast neutrale Wasserqualität auf. Längst leben dort Fische. Durch die Drainage wurde das Sterben der maritimen Lebewesen befürchtet. „Daher gab es erheblichen Widerstand“, sagt Naturschützer Klaus Uhl aus dem benachbarten Grünewalde, der an den Protesten beteiligt war. Seinen Angaben zufolge hatte ein Angler eine starke Rotfärbung des Wassers im Schmalen See bemerkt und sofort Alarm geschlagen. Daraufhin wurde die Einleitung des Eisenwassers in den Schmalen See gestoppt.