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Unbekannter rammt ein Studentenauto

Großräschen. Seit Jahren ist im Bereich der Polizeidirektion Cottbus etwa jeder fünfte gemeldete Unfall eine Unfallflucht. "Es ist traurig, wenn der Verursacher abhaut. Manfred Feller

Oft trifft es Menschen, die nicht so viel haben", sagt Tanja Lehmann aus Großräschen.

Sie und ihr Freund, beide Studenten an der BTU in Cottbus, haben vor etwa fünf Monaten für ihr erstes Auto das wenige Geld, das sie haben, zusammengelegt: 500 Euro. Dafür gab es einen blauen Hyundai Getz, Baujahr 2002 mit 165 000 Kilometern auf dem Tacho. Gebraucht wird der betagte Kleinwagen vor allem für die tägliche Fahrt zum Praktikum nach Schwarze Pumpe.

Beschädigt wurde ihr Auto am Silvestertag. Zunächst waren die jungen Leute gegen 12 Uhr bei Lidl in Großräschen. Dort könnte der nicht bemerkte Schaden entstanden sein. Eher infrage komme der Parkplatz an der Eisbahn in Senftenberg. Zwischen 12.30 und 15.30 Uhr waren die beiden dort. Das Auto wurde neben einem großen, weißen Fahrzeug geparkt. "Wahrscheinlich war es ein Transporter", erinnert sich die 22-Jährige vage. Der Schaden an der Beifahrerseite wurde erst am Folgetag bemerkt. Deutlich zu sehen seien schwarze Reifen- und Stoßfängerspuren sowie weiße Lackreste am verbeulten rechten Kotflügel und an der Beifahrertür. Der Verursacher müsse mehrfach rangiert haben, obwohl nach hinten genügend Platz gewesen sei, so Tanja Lehmann.

Sie hofft, dass ein Zeuge den Unfall oder eben den vorn links an Kotflügel und Stoßfänger beschädigten Transporter gesehen hat und sich bei ihr (Tel. 0151 51797938) oder bei der Polizei meldet. Vielleicht helfe auch jemand, den Schaden am Auto so zu beseitigen, dass dieses den nahenden TÜV übersteht. Denn die Reparatur sei teurer als der Wagen noch wert sei.

Unfallflucht ist eine Straftat. Laut der Polizei wurden im OSL-Kreis im Jahr 2014 insgesamt 631 Fälle bei einer Gesamtunfallanzahl von 2954 angezeigt. In den Folgejahren waren es 617 und 583 Fluchten. Ohne Zeugen, so die Polizei, stünden die Erfolgschancen nicht gut. Würden jedoch Menschen verletzt, werde viel Aufwand betrieben.