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Übungsleiter mit Ausnahmestatus

Von Anfang an für den Nachwuchsbereich tätig, wurde Heinz Lehmann vom Handballverein Ruhland / Schwarzheide für sein Ehrenamt ausgezeichnet. Er trainiert die C-Jugend.
Von Anfang an für den Nachwuchsbereich tätig, wurde Heinz Lehmann vom Handballverein Ruhland / Schwarzheide für sein Ehrenamt ausgezeichnet. Er trainiert die C-Jugend. FOTO: Mirko Sattler/sam1
Ruhland/Schwarzheide. Mit sieben Ehrennadeln in Silber und in Gold ist Heinz Lehmann wohl der am meisten ausgezeichnete Handball-Übungsleiter in Brandenburg. Seine sportliche Laufbahn begann vor fast 60 Jahren. Mirko Sattler / sam1

Heinz Lehmann schreibt seit 1961 die Handballgeschichte in Ruhland und dann auch in der Nachbarstadt Schwarzheide mit. Viele heutige große Handballstars lernten das 1 x 1 des Handballsports von Heinz Lehmann.

Mit 16 Jahren nahm er zum ersten Mal die Übungsleitertätigkeit in der damaligen Sektion Handball der Betriebssportgemeinschaft "Motor Ruhland" auf. Seither ist er einer der gefragtesten Übungsleiter.

Anfangs stellvertretender Sektionsleiter und später Sektionsleiter beziehungsweise Vereinsvorsitzender, kann sich der jetzige Kassenwart noch gut an Vieles rund um den Handballsport in Ruhland erinnern. "Wir Sportler haben die Turnhalle mit aufgebaut, in der jedoch kein Handball gespielt werden konnte. Deshalb haben wir in den Sommermonaten auf dem Kleinfeld neben dem Sportplatz und im Winter in der ehemaligen BASF-Sporthalle an der Schipkauer Straße gespielt", sagt der heute 67-Jährige.

Er war ein wenig traurig darüber dass das Gebäude der Feuerwehr genau auf dem Stück Boden gebaut wurde, auf dem einst viele Turniere auf dem Kleinfeld im Handball bestritten wurden.

Mit der Wende war aus der Sektion Handball der Handballverein Ruhland geworden. Heinz Lehmann war Gründungsmitglied und leitete den 189 Mitglieder zählenden Verein bis zur Mitgliederversammlung Ende März.

Viele Stunden seiner Freizeit opfert Heinz Lehmann für seine zwei bis drei Trainingseinheiten pro Woche bei der C-Jugend. "Hinzu kommt die Büroarbeit rund um den Verein. Jetzt, als Rentner, sind es fünf bis sechs Stunden täglich, die ich für den Verein aufbringe", so der Handballspezialist.

Seine Frau Renate gibt ihm Rückhalt für sein Ehrenamt. Kennengelernt hat er sie 1965 über den Handballsport und war sogar ihr Trainer."Ohne Renate an meiner Seite würde vieles schwieriger sein. Sie ist meine rechte Hand, Schriftführerin im Verein und ebenfalls Übungsleiterin", sagt Heinz Lehmann.

Etwas kritisch sieht Heinz Lehmann die Anhebung der Gebühren für die Sporthalle am Seecampus, dem heutigen Vereinssitz des Handballvereines Ruhland/Schwarzheide. "Zahlten die Kinder und Erwachsenen bis 2014 sieben beziehungsweise 14 Euro pro Stunde, wird der Betrag bis 2017 schrittweise angehoben von heute 8,10 beziehungsweise 25 Euro auf dann 8,70 beziehungsweise 27 Euro bei den Erwachsenen", so Lehmann. Er hat mit der Gebührenerhöhung Schwierigkeiten, diese zu stemmen. 30 Prozent der vom Landkreis für seine Sporthalle am Seecampus geforderten 90 Euro pro Stunde muss der Verein tragen.

Auf das nächste große Event des Handballsports in der Region bereitet sich Heinz Lehmann zusammen mit seinem Verein derzeit vor. Zehn bis zwölf Mannschaften aus der ganzen Republik kommen im Juni zum 46. Wanderpokal der Frauen und der Männer. "Das wird wieder eine große Sache für uns, die schon zur guten Tradition geworden ist", sagt der einstige Staffelleiter.

Als Mitglied der Spielkommission des Handballverbandes Brandenburg freue er sich auf sein Turnier, das er ins Leben gerufen hat und nach wie vor mit organisiert.