ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 14:36 Uhr

Vortrag, Beratung und Ausstellung in Lauchhammer
Wie „Habicht“ und „Krokus“ Infos für die Stasi sammelten

 Rüdiger Sielaff, Leiter von Brandenburgs einziger Stasi-Unterlagenbehörde in Frankfurt (Oder), hält am 19. März einen Vortrag in Lauchhammer.
Rüdiger Sielaff, Leiter von Brandenburgs einziger Stasi-Unterlagenbehörde in Frankfurt (Oder), hält am 19. März einen Vortrag in Lauchhammer. FOTO: dpa / Patrick Pleul
Lauchhammer. Das Wirken der Staatssicherheit in Lauchhammer ist Thema einer Beratung mit Vortrag im Rathaus. Von Jan Augustin

Der Bundesbeauftragte für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes (BStU) hat zu einem Vortrag mit Beratung über das Wirken des Stasi in Lauchhammer eingeladen. Die Veranstaltung findet am Dienstag, 19. März, in der Stadtverwaltung Lauchhammer statt. Darüber informiert Rüdiger Sielaff, Leiter der BStU-Außenstelle Frankfurt (Oder).

Sielaff zufolge waren 1989 in der Senftenberger Kreisdienststelle des Ministeriums für Staatssicherheit, zu dessen Kreisgebiet Lauchhammer gehörte, 75 hauptamtliche Mitarbeiter beschäftigt. „Sie war damit die größte Kreisdienststelle des ehemaligen Bezirks Cottbus.“ 801 inoffizielle Mitarbeiter (IM) mit Decknamen wie „Habicht“, „Krokus“, „Ludwig“ und „Günter Lehmann“ sollen Informationen aus dem gesamten Kreisgebiet gesammelt haben. „Allein für Lauchhammer sind 1986 circa 200 IM gelistet. So berichtete ‚Frank Schreier’ über Veranstaltungen im Gemeindehaus der evangelischen Kirche Lauchhammer“, teilt Rüdiger Sielaff mit. Schwerpunkt der operativen Bearbeitung bildeten die Volkseigenen Betriebe, wie zum Beispiel „Kraftverkehr und Schwermaschinenbau Lauchhammer“.

Von Lauchhammer aus überwachte die Stasi Antragsteller auf Übersiedlung, kirchliche Einrichtungen sowie Wirtschaftsbetriebe, erläutert Rüdiger Sielaff. „Dazu nutzte die Stasi auch öffentliche Gebäude. Im Volkspolizeirevier Lauchhammer-West richtete die Stasi-Kreisdienststelle 1986 ein konspiratives Arbeitszimmer mit dem Decknamen ‚Orion’ ein.“ Von hier aus soll der hauptamtliche inoffizielle Stasi-Mitarbeiter „Meik“ mit einem Scheinarbeitsverhältnis als Kriminalpolizist agiert haben.

Vor dem Vortrag besteht für Bürger von 14 bis 17 Uhr die Möglichkeit, einen Antrag auf persönliche Aktensicht zu stellen. Beschäftigte der Landesbeauftragten zur Aufarbeitung der Folgen der kommunistischen Diktatur (LAkD) beraten unter anderem zu Rehabilitierung. Interessierte können in Musterakten lesen. Kostenfreie Publikationen zu verschiedenen Themen werden angeboten.

Außerdem sind in der Stadtverwaltung seit Mittwoch bis zum 10. April die Ausstellungen „Überwachen. Verängstigen. Verfolgen“ und „Voll der Osten“ zu sehen.

Termin: 19. März, 14 bis 17 Uhr Bürgerberatung zum Thema Akteneinsicht (bitte Personalausweis mitbringen),17 bis 19 Uhr Vortrag, Stadtverwaltung Lauchhammer, Liebenwerdaer Straße 69