Von Catrin Würz

Das in wirtschaftliche Schieflage gerutschte Klinikum Niederlausitz hat in den vergangenen Wochen für reichlich negative Schlagzeilen gesorgt. Das im vergangenen Jahr erwirtschaftete Minus von 4,5 Millionen Euro hängt wie ein Damoklesschwert über der Zukunft des Hauses.

Und für die finanzielle Sanierung und Stabilisierung des Klinikums möglichst aus eigener Kraft sollen die Mitarbeiter im Rahmen eines Notlagentarifvertrages nun auch noch auf bereits verbriefte Tarifsteigerungen und Sonderzahlungen verzichten.

Patient lobt Mitarbeiter des Klinikums Niederlausitz

Dass sich angesichts dieser schwierigen Situation bei der Belegschaft Unsicherheit und Zukunftsängste einstellen könnten, „wäre nur zu verständlich“, sagt auch Bernd Ortlieb. Der 68-Jährige aus Drebkau bekam vor wenigen Tagen – notgedrungen – einen tieferen Einblick in das Krankenhaus in Lauchhammer. Vier Tage lang war er für eine kleinere Operation Patient auf der Station 6 des Klinikums in Lauchhammer. Und am Ende dieser Tage zieht er seinen Hut vor den Leistungen und vor der erstklassigen Betreuung durch die pflegerischen und ärztlichen Kräfte – und ruft dafür extra die Heimatzeitung an:

„Das müssen alle wissen: Es ist großartig, was die Schwestern, Pfleger und Ärzte für die Patienten leisten – und das trotz der angespannten Situation rund um ihr Krankenhaus. Wir als Patienten haben von diesem belastenden Hintergrund überhaupt nichts gespürt. Es gab immer ein freundliches, aufmunterndes Wort für jeden Patienten.

„Diese Querelen haben die Mitarbeiter des Klinikums nicht verdient“

Und Ärzte und Schwestern nahmen sich viel Zeit für alle Fragen und Sorgen der Patienten“, berichtet der Drebkauer aus erster Hand. In einer herzlichen und familiären Atmosphäre sei auf der Station jeder aufgefangen worden. „Und da wird man doch viel leichter wieder gesund“, sagt der Senior.

Statt Frust und Anspannung haben die Schwestern und Pfleger von Station 6 unter der Pflegefachleitung von Dagmar Kraml stattdessen große Motivation und Freude am Beruf an den Tag gelegt. „Und  das war absolut ehrlich.

Glauben Sie mir: Ich kann sehr gut erkennen, wer seine Arbeit gern macht, und wer nicht oder nur so tut“, sagt der Rentner, der viele Jahre lang als Ingenieurpädagoge für Elektrotechnik und als Bauleiter für die Bahn gearbeitet hat und dabei mit vielen Menschen zu tun hatte: „Jeder auf der Station 6 im Krankenhaus Lauchhammer hat sich die größte Mühe gegeben. Sicher auch im gesamten Haus“, ist Ortlieb sicher.

Niemand von diesen freundlichen und äußerst fachkundigen Mitarbeitern habe es seiner Meinung nach verdient, für das Missmanagement in der Krankenhausgesellschaft jetzt auf die verdiente Entlohnung zu verzichten.

Bernd Ortlieb glaubt, mit seiner Meinung für viele Patienten aus der Region zu sprechen. „Diese Querelen haben die Mitarbeiter des Klinikums nicht verdient.“