| 02:44 Uhr

Trotz Kälte und Regenmangel vollbringt der Mai noch Wunder

Lindenau. Wetterbilanz Mai 2017: Der Sonnenschein-Rekord in Klettwitz ist geknackt. Bolschwitz ist verdammt trocken geblieben. Großräschen erreicht Monatsnorm. RUNDSCHAU-WetterfroschRudolf Kupfer / rkp1

Auch in diesem Jahr haben die gefürchteten Eisheiligen und die Frühjahrstrockenheit die Lausitz nicht verschont. "Dass der Mai trotzdem seinem Ruf als Wachstums- und Wonnemonat voll gerecht geworden ist, gehört zu den Wundern für Mensch und Natur", stellt Klaus Kreter in Ortrand fest. "Die Blüten des Schwarzen Holunders, der Robinien und der Rosen zum Monatswechsel bestätigen, dass wir voll im Zeitplan liegen." Nach dem Wachstumsdämpfer durch die niedrigen Temperaturen in der ersten Hälfte des Monats haben die Wärme liebenden Pflanzen wie Mais, Sonnenblumen, Kürbis, Spargel und Kartoffeln mit der Hitzeperiode am Monatsende einen regelrechten Entwicklungssprung gemacht.

Und der Mai-Sonnenschein-Rekord wurde geknackt: Nach dem bundesweiten Rekord im Vorjahr von 13,9 Stunden am 29. Mai in Klettwitz sind am 27. Mai dieses Jahres hier 15,1 Stunden absolute Fleißarbeit von Klärchen registriert worden.

Zu den Temperatur-Kapriolen ist eine schlechte Verteilung der Niederschläge gekommen, schätzt Ingo Nowak aus Schipkau ein. Landregen blieb fast völlig aus. Nass brachten nur die Gewitter mit Starkregen, vor allem am 16.und am 29. Mai. Wie in den Vorjahren wurden im Mai auf kleinstem Raum große Unterschiede hinsichtlich der Ergiebigkeit des Regens registriert. Mit 17 Millimetern hat Jürgen Jentsch in Bolschwitz (Calau) mit Abstand am wenigsten im Messbecher. Das ist in Zeiten, in denen die Pflanzen den höchsten Wasserbedarf haben und hier jeder Regentropfen gebraucht wird, besonders schlimm. "Nach den Trockenperioden ist Regen wie ein freundliches Fest", sagt Landwirt Günter Kockro aus Großräschen. Immerhin hatte er mit 57 Millimetern exakt die Monatsnorm im Messbecher.

Auf das Engste mit dem Wettergeschehen verbunden ist das verstärkte Auftreten von Mücken, Schnecken und Kartoffelkäfern zum Monatswechsel. Anfängliche Probleme durch die verspätete Rückkehr der Schwalben, niedrige Temperaturen, Insektenarmut und anderes hat die Natur für die heimischen Vogelwelt wieder ausgeglichen. Das stellen Ronny Sommer in Buchwalde und Günter Kobel in Ortrand übereinstimmend fest. Bei Meisen, Amseln, Staren und Rotkehlchen hat sich Nachwuchs eingestellt, die erste Brut ist zum Teil schon ausgeflogen. Auf dem Aussichtsturm "Rostiger Nagel" am Sedlitzer See sind die Mehlschwalben wieder heimisch und voll im Brutgeschäft. Der enorme Aufwand für das zusätzliche Anbringen der Kotbretter hat sich gelohnt. Mit Interesse verfolgen die Touristen das Naturschauspiel. Rauchschwalben haben in diesem Jahr ihre Nester mit vielen Federn ausgepolstert. Daraus leiten einige der Hobbymeteorologen ab, dass ein kühler Sommer zu erwarten ist.

Im vergangenen Jahr ist der Juni der regenreichste Monat gewesen - in Lindenau mit enormen 153 Millimetern Niederschlag.

Zum Thema:
Niederschlag 69 Millimeter (Norm 57); sieben Gewitter über dem Ort, weitere sechs in der Nähe, zwei Frostnächte, Tiefsttemperatur am 10. Mai minus 1,6 Grad Celsius, zwei Hitzetage mit mehr als 30 Grad Celsius, vier Sommertage über 25 Grad Celsius, Tageshöchsttemperatur am 29. Mai mit 31,5 Grad,223 Stunden Sonnenschein (105 Prozent der Norm.)