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| 14:26 Uhr

Extreme Trockenheit in der Lausitz
Wasser-Reserve im Senftenberger See fast erschöpft

 In etwa acht Tagen muss die Wasser-Abgabe aus dem Senftenberger See eingestellt werden, um die touristische Nutzung nicht zu gefährden.
In etwa acht Tagen muss die Wasser-Abgabe aus dem Senftenberger See eingestellt werden, um die touristische Nutzung nicht zu gefährden. FOTO: LMBV/Peter Radke
Senftenberg/Elsterheide. Trotz Regen gibt es keine Entspannung der Wasser-Situation in der Lausitz. Um die touristische Nutzung nicht zu gefährden, muss die Abgabe aus dem Senftenberger See voraussichtlich in acht Tagen eingestellt werden. Von Jan Augustin

Die Wasser-Situation in der Lausitz spitzt sich trotz des Regens am Montag zu. Von der extremen Trockenheit besonders betroffen ist die Schwarze Elster. Vom Pegel Neuwiese (Landkreis Bautzen) bis oberhalb des Wehres Senftenberg liegt der Fluss weiterhin vollkommen trocken.

Wasser-Abgabe muss in acht Tagen eingestellt werden

 Gespeist wird die Elster im Raum Senftenberg aktuell nur noch durch die Rainitza-Überleitung. Nur wenige Meter weiter stromaufwärts ist der Fluss komplett trocken.
Gespeist wird die Elster im Raum Senftenberg aktuell nur noch durch die Rainitza-Überleitung. Nur wenige Meter weiter stromaufwärts ist der Fluss komplett trocken. FOTO: Torsten Richter-Zippack

Nur durch die Hilfe aus dem Senftenberger See und der Grubenwasserreinigungsanlage Rainitza konnte der Abfluss am Pegel Biehlen 1 bisher mit etwa 0,4 Kubikmeter pro Sekunde auf einem unteren Level stabilisiert werden. Das bestätigt der Sprecher des Brandenburger Umweltministeriums (MLUL) Fabian Blöchl nach der jüngsten Zusammenkunft der länderübergreifenden Arbeitsgruppe (AG) „Extremsituation“. Der mittlere Abfluss im September liege normalerweise bei 2,25 Kubikmeter pro Sekunde.

Im Senftenberger See betrage die Wasser-Reserve nur noch 0,32 Millionen Kubikmeter. „Voraussichtlich in etwa acht Tagen muss die Abgabe aus dem Speicher eingestellt werden, um die touristische Nutzung nicht zu gefährden“, erläutert Fabian Blöchl. Dann werde ein Wasserstand von 98,40 Meter über Normalhöhennull erreicht sein. Diesen Wert hatte die AG nach der Rutschung an der Insel vor einem Jahr als sicheren Mindestwasserstand festgelegt.

 In der Schwarzen Elster befindet sich bis zum Buchwalder Wehr nicht ein Tropfen Wasser.
In der Schwarzen Elster befindet sich bis zum Buchwalder Wehr nicht ein Tropfen Wasser. FOTO: Torsten Richter-Zippack

Ernste Lage auch im Spreewald

Die Stützung der Schwarzen Elster soll dann ausschließlich aus dem Sedlitzer See über die Grubenwasserreinigungsanlage Rainitza erfolgen, erklärt der MLUL-Sprecher weiter. Allerdings sei ab September die Reinigungsanlage wegen dringender Wartungsarbeiten in ihrer Kapazität eingeschränkt. Die Mindestwasserabgaben in Richtung Altdöbern können so „nicht oder nur in geringem Umfang“ gewährleistet werden.

Ernst ist auch die Lage im Spreewald: Die Abgaben aus den sächsischen Talsperren und Speichern sowie der Talsperre Spremberg haben laut MLUL in der Spree am Unterpegel Leibsch zuletzt einen Abfluss von etwa 2,5 Kubikmeter pro Sekunde. Normal seien jetzt 14,9 Kubikmeter pro Sekunde. Von den vertraglich vereinbarten 20 Millionen Kubikmeter, die jährlich zur Niedrigwasseraufhöhung für Brandenburg und Berlin bereitstünden, seien bereits 18,5 Millionen Kubikmeter abgegeben worden. „Die restlichen 1,5 Millionen Kubikmeter werden etwa in zwei Wochen aufgebraucht sein“, so Blöchl. Mit den noch vorhandenen Reserven könne jedoch bei weiterhin anhaltender Trockenheit eine Stützung der Spree auf abgesenktem Niveau gesichert werden.

Verbot der Wasserentnahme bleibt bestehen

 In der Schwarzen Elster befindet sich bis zum Buchwalder Wehr nicht ein Tropfen Wasser.
In der Schwarzen Elster befindet sich bis zum Buchwalder Wehr nicht ein Tropfen Wasser. FOTO: Torsten Richter-Zippack

Wegen niedriger Pegelstände in Flüssen und Seen darf weiterhin kein Wasser aus vielen Gewässern Brandenburgs entnommen werden. Das teilte das Landesamt für Umwelt am Dienstag mit. Demnach blieben die Verbote der Wasserentnahme einiger Städte und Landkreise zunächst bestehen. Nach Angaben des Umweltministeriums ist die Entnahme von Wasser aus Gewässern in sieben Brandenburger Landkreisen zurzeit mindestens eingeschränkt.