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| 15:35 Uhr

Doppelte Abnahmemenge an heißen Tagen
Trinkwasser fließt in Senftenberg in Rekordmengen

Besonders beliebt in diesen Tagen: der Trinkwasserbrunnen am Senftenberger Stadthafen. Elisabeth und Aron aus Sachsen verbringen mit den Eltern ihren Urlaub am See. Beide haben viel Spaß am Wasserspiel.
Besonders beliebt in diesen Tagen: der Trinkwasserbrunnen am Senftenberger Stadthafen. Elisabeth und Aron aus Sachsen verbringen mit den Eltern ihren Urlaub am See. Beide haben viel Spaß am Wasserspiel. FOTO: Steffen Rasche
Senftenberg. Rund um Senftenberg verdoppeln sich die Abnahmemengen teilweise. Das Wasserwerk läuft an der Leistungsgrenze. Von Jan Augustin

Ausgetrocknete Flussbetten, Dürre in Wäldern und auf Feldern. Natur und Mensch ächzen unter der aktuellen Hitzewelle. Wird jetzt auch noch das Trinkwasser knapp? Peter Matthies vom Wasserverband Lausitz (WAL) gibt Entwarnung. „Wassermangel ist nicht zu befürchten. Die Grundwasservorräte sind gut und schier unerschöpflich“, erklärt er. Aus der „unerschöpflichen Quelle“ des Lausitzer Urstromtals werde das Grundwasser für das Wasserwerk Tettau aus 30 Metern Tiefe gehoben.

Klar aber: Bei Temperaturen jenseits der 30 Grad verbrauchen Menschen deutlich mehr Wasser. An besonders heißen Tagen verdoppeln sich die Abnahmemengen sogar, insbesondere in den ehemaligen Bergbauregionen um Senftenberg, Lauchhammer und Großräschen. Der Grund: Während in den südlichen Kommunen des WAL-Versorgungsbereiches Hausbrunnen für die Gartenbewässerung mit guter Wasserqualität gang und gäbe sind, ist das Grundwasser in der ehemaligen Bergbauregion meist nur recht tief zu finden und dann sehr eisenhaltig, erklärt Peter Matthies an einem Beispiel: In der Gemeinde Großthiemig im südlichsten Zipfel des WAL werden recht konstant täglich etwa 120 Kubikmeter Wasser abgenommen, auch in der größten Trockenheit kaum mehr.

Das Wasserwerk in Tettau läuft seit Mitte Mai mit rund 24 000 Kubikmetern an seiner Leistungsgrenze, betont der kaufmännische Geschäftsführer der WAL-Betriebsführung, Stefan Voß. Durch die zusätzliche Einspeisung aus dem Wasserwerk Schwarze Pumpe könne der Bedarf auch bei sehr starker Abnahme gedeckt werden. Hierfür stehen durchschnittlich bis zu 12 000 Kubikmeter pro Tag zur Verfügung. Dies habe bisher stets ausgereicht, erläutert der technische Geschäftsführer Thomas Fürl. Große Teile der Lausitz von Lauchhammer im Westen bis Weißwasser im Osten, von Großräschen im Norden bis Radeberg im Süden werden von diesen beiden großen Wasserwerken versorgt. Dazu kommt mit weit geringerer Kapazität das Wasserwerk in Zeisig bei Hoyerswerda. In Skaska bei Bernsdorf befindet sich in zentraler Lage des gesamten Versorgungsgebietes ein großer Trinkwasserspeicher, der die Tagesschwankungen ausgleicht und den Netzdruck stabilisiert. „Wenn sich die Wasserabnahme auf dem derzeitigen Niveau stabilisiert, der Wasserbezug von der Leag aus Schwarze Pumpe in der bisherigen Größenordnung aufrecht erhalten bleibt und im Trinkwassernetz keine Havarien auftreten, werden keine Einschränkungen erfolgen“, sagt Thomas Fürl. Aufforderungen zum Wassersparen werde es daher trotz der schwierigen Bedingungen nicht geben.

Allerdings können Waldbrände oder Großschadensereignisse wie der Brand des Reifenlagers in Senftenberg mit einer erheblichen Wasserentnahme aus dem Netz zu Engpässen führen. Allein der Großbrand in Senftenberg habe zu einer Mehrabnahme von etwa 2000 Kubikmetern in einer Nacht geführt.

Der Wasserverband rechnet jedenfalls mit einem Rekordjahr: Bereits an mehr als 50 Tagen wurde die 30 000-Kubikmeter-Marke überschritten. Das gab es zuletzt 2006, erklärt Verbandsvorsteher Dr. Roland Socher. Der bisherige Höchstwert sei am 9. Juni mit 41 600 Kubikmetern registriert worden.

Der WAL versorgt über 30 000 Haushalte, also rund 80 000 Menschen. Hinzukommen industrielle Abnehmer. Zu den größten gehören die Sachsenmilch Leppersdorf und BASF Schwarzheide.