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Dubiose Abzockermaschen
Trickbetrug hat Hochkonjunktur

Dubiose Anrufer haben in der Region ihre Betrugsmaschen ausprobiert.
Dubiose Anrufer haben in der Region ihre Betrugsmaschen ausprobiert. FOTO: Julian Stratenschulte / dpa
Senftenberg. Dubiose Abzockermaschen halten die Region und die Polizei weiter in Atem. Von Catrin Würz

Mit dubiosen Betrugsmaschen waren dreiste Abzocker im zu Ende gegangenen Jahr auch in der Senftenberger Region auf satte Gewinne aus. Dutzende Fälle hatte die Polizei im Jahr 2017 zu bearbeiten, und mehrfach gelang es den Tätern, bei betagten Senioren größere Geldsummen abzukassieren. Das war beispielsweise bei einem Ehepaar aus Ruhland der Fall. Nachdem die Senioren von gewieften Betrügern am Telefon mehrere Wochen lang beschwatzt wurden und ihnen ein Gewinn in Höhe von 86 000 Euro in Aussicht gestellt wurde, zahlte das Paar aus Ruhland die als Gegenleistung geforderte höhere Geldsumme per Western Union auf Konten im Kosovo und in Albanien ein - freilich ohne je vom versprochenen Gewinn auch nur einen Cent zu sehen. „Solche und noch viele andere Betrugsmaschen sind in den vergangenen Monaten eher mehr als weniger geworden“, schätzt Polizeisprecherin Ines Filohn ein. Mit Trickbetrügereien und dreisten Schwindlern musste sich die Polizeidirektion Süd das gesamte Jahr über auseinandersetzen. „Das trat flächendeckend in zahllosen Versionen und ganzer Bandbreite auf“, bestätigt sie.

Erfolgreich waren Gauner in Senftenberg, in Vetschau und in anderen Orten des Oberspreewald-Lausitz-Kreises zum Beispiel, indem sie sich als falsche Rauchmelderkontrolleure der Kommunalen Wohnungsgesellschaft oder als Mitarbeiter der GEZ-Gebührenzentrale ausgaben und sich auf diese Weise Zugang zu den Wohnungen älterer Bürger verschafften. Dort ließen die Täter in unbeobachteten Momenten Geld oder Wertgegenstände mitgehen. Extrem unverfroren waren auch Betrüger, die sich am Telefon als ermittelnde Polizeibeamte oder Staatsanwälte ausgaben, um bei älteren Bürgern auf diese Weise an persönliche Kontodaten oder Informationen über Wertgegenstände und Bargeld im Haushalt zu kommen. Die Polizei warnt eindringlich vor diesem Vorgehen. „Niemals würden Polizisten am Telefon Kontodaten abfragen“, erklärt die Polizeisprecherin. Sie rät, niemals am Telefon gegenüber fremden Personen persönliche Daten und Vermögensstände preiszugeben oder diese gar an Fremde auszuhändigen.

Neben dem berühmten Enkeltrick, bei dem sich Gauner als Verwandte in finanziellen Notlagen ausgeben, um an das Ersparte von betagten Senioren zu kommen, hat 2017 auch eine Serie von Forderungsschreiben vermeintlicher Inkassobüros für Schlagzeilen gesorgt. Im Frühjahr verunsicherte eine Serie falscher Mahnungen und Pfändungsankündigungen die Menschen in der Region. Doch das angegebene Inkassobüro gibt es gar nicht, konnte die Verbraucherzentrale Senftenberg aufklären. Mitarbeiter Wolfgang Baumgarten rät, „sofort zur Polizei zu gehen, Strafanzeige zu stellen und um Himmels Willen nicht bezahlen“.

Polizeisprecherin Ines Filohn wünscht sich für das neue Jahr, dass angesichts zunehmender Betrügermaschen innerhalb der Familien jüngere Menschen den Älteren zur Seite stehen - damit das Ersparte nicht leichtsinnig den Abzockermaschen zum Opfer fällt.