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Treffen der Neu-Kroppener

Nach dem Gruppenfoto stellten sich die Teilnehmer des ersten Neusiedlertreffens in Kroppen vor.
Nach dem Gruppenfoto stellten sich die Teilnehmer des ersten Neusiedlertreffens in Kroppen vor. FOTO: M. Sattler/sam1
Kroppen. Das kleine Kroppen ist beliebt. Mehr als 70 Einwohner zogen in den vergangenen zweieinhalb Jahren in Orten beziehungsweise kehrten in ihn zurück. Nun gab es ein Treffen der Neu-Kroppener. Mirko Sattler / sam1

Dass es sich in Kroppen bestens leben lässt, ist bekannt. Das belegen nun auch die neusten Zahlen zu den neuen Einwohnern der Gemeinde im Amt Ortrand. 74 Zugezogene ließen sich beim Einwohnermeldeamt in den vergangenen zweieinhalb Jahren registrieren, als sie ihren Hauptwohnsitz nach Kroppen verlegten. Diese beachtliche Zahl war Grund genug für ein Neuansiedlertreffen.

"Wir haben alle Zugezogenen angeschrieben und eingeladen. Von 36 haben wir eine Zusage bekommen", sagte Manuela Jahn, die gemeinsam mit Christina Merbeth vom Sozialausschuss der Gemeindevertretung dieses Treffen organisierte. Bei diesem sollte den neuen Einwohnern ein Überblick über die Vielzahl von Freizeitmöglichkeiten im Ort gezeigt werden. Und die Vertreter von 15 Vereinen nutzten die Gelegenheit, um neue Mitglieder zu werben.

Nicht nur junge Familien kamen nach Kroppen. Die allermeisten Teilnehmer des Treffens hatten irgendwie schon einmal etwas mit dem Ort zu tun gehabt. So wie Familie Jakob. Sie lebte 14 Jahre lang bei München und zeigte mit ihrer Kleidung, dass sie aus Bayern kamen. "Durch die Geschäftsübernahme der Firma meiner Eltern sind wir nun zurückgekehrt. Um diesen Schritt zu gehen, mussten wir unsere Kinder erst überzeugen", verriet Anja Jacob, die seit einem dreiviertel Jahr wieder in Kroppen ist. Ihren Mann und die beiden Kinder Julian und Marie kamen im März nach.

"Für uns ist es wie ein Neuanfang", fügte Ingo Jacob an. "Unser gesamter Freundeskreis befindet sich jetzt in München. Dafür haben wir jetzt unsere ganze Familie beisammen. Es gibt halt Vor- und Nachteile."

Durch Zufall sind Matthias und Birgit Birners in Kroppen gestrandet. "Wir waren auf der Suche nach einem Bauernhof", erzählt Birgit Birners. "An einem Gehöft haben wir das Verkaufsschild gesehen und uns das Grundstück näher angeschaut. Wenn man einen guten Bauernhof möchte, ist meistens kein Land dabei. Welche mit Land sind meistens runtergewirtschaftet", so ihre Erfahrung. In Kroppen jedoch fanden sie genau das Grundstück, was sie suchten, um ihrer Hobbylandwirtschaft nachgehen zu können. Schließlich versorgen sie Ziegen, Hasen, Hühner, Tauben, Hunde, Katzen und Enten. "Da wir auch zu Ausstellungen mit unseren Hühnern und Hähnen gehen, ist ein Wohnen in der Stadt eher schlecht. Und die Autobahnanbindung hier in Kroppen ist top", sagt Matthias Birners, der zusammen mit seiner Frau vor zweieinhalb Jahren von Freital nach Kroppen kam.

Die 25-jährige Sandy, die ihren Nachnamen nicht in der Zeitung lesen möchte, hat ihren Freund nun nach Kroppen gelockt. "Wir haben das Elternhaus meiner Freundin jahrelang umgebaut und nun wohnen wir seit Februar 2014 gemeinsam in ihm", verriet der 27-jährige Tobias. Seit acht Jahren sind die beiden ein Paar und bei der Vorstellung aller neuen Einwohner bei dem Treffen im Festzelt kam heraus, dass Sandy nun auf einen Antrag von ihrem Tobias wartet.

Das erste Neusiedlertreffen in Kroppen wird nicht das letzte sein. "Wir kommen gar nicht hinterher Bauland auszuweisen", sagte Bürgermeister Reiner Krämer. "Momentan gibt es bei uns keinen Leerstand. Durch die Knappheit an Land mussten wir schon Bauwillige abweisen, die nun in anderen Orten wohnen", so Reiner Krämer, der zusammen mit den Gemeindevertretern dabei ist, derzeit einen neuen Bebauungsplan aufstellt.