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| 18:20 Uhr

Trauriges Schicksal einer Allee bei Wormlage
Tod auf Raten für Roteichen-Allee

Auch dieser Stamm in der Allee an der Landesstraße zwischen Wormlage und Lug ist bis heute von den einstigen Beschädigungen gezeichnet. Die Roteichen-Allee wird in den nächsten Jahrzehnten einen vorzeitigen Tod sterben.
Auch dieser Stamm in der Allee an der Landesstraße zwischen Wormlage und Lug ist bis heute von den einstigen Beschädigungen gezeichnet. Die Roteichen-Allee wird in den nächsten Jahrzehnten einen vorzeitigen Tod sterben. FOTO: Steffen Rasche
SENFTENBERG/WORMLAGE. Die nach einem Schwerlasttransport massiv geschädigten Bäume zwischen Wormlage und Lug werden in den nächsten 30 Jahren von allein verschwinden. Die Allee bleibt in Beobachtung der Naturschutzbehörde des Landkreises OSL.

Die Katastrophe jährt sich zum zehnten Mal. Im März 2008 hatte ein Schwerlasttransporter mit Überbreite knapp 200 von insgesamt rund 400 Alleebäumen, zumeist Roteichen, entlang der drei Kilometer langen Straße von Wormlage nach Lug gestreift beziehungsweise gerammt.

 An insgesamt 197 Gehölzen wurden damals Schäden festgestellt. Sieben Bäume mussten sofort gefällt werden.

Ein Jahrzehnt später stehen die meisten der inzwischen 80- bis 100-jährigen Bäume noch immer entlang der parallel zur Autobahn verlaufenden Nord-Süd-Verbindung. Nach wie vor sind die Schäden deutlich sichtbar. Manche Gehölze haben die Verletzungen aus eigener Kraft überwallt, damit keine Schädlinge eindringen können, Fachleute sprechen von der „Kallusbildung“.

Die meisten Wunden waren für die Selbstheilung jedoch zu groß. „Für diese geschädigten Bäume, überwiegend Roteichen, wird die durchschnittliche Lebenserwartung gesunder Gehölze nicht mehr erreicht“, sagt OSL-Kreissprecherin Sarah Werner. Der Auflösungsprozess der Allee werde, so prognostiziert es die Naturschutzbehörde des Landkreises, voraussichtlich in den nächsten 30 Jahren vonstattengehen. „Die übrigen beschädigten Bäume sollen jedoch solange erhalten werden, wie dies unter dem Aspekt der Verkehrssicherung möglich ist. Deshalb bleibt die Allee weiterhin unter regelmäßiger Beobachtung“, so Sarah Werner weiter.

Indes sind sowohl der Landkreis als auch der Landesbetrieb Straßenwesen nicht untätig geblieben. Bereits im Jahr 2011 wurden zunächst zusätzliche Gehölze entlang eines nur 250 Meter westlich von der Allee befindlichen Grabens gepflanzt. Weitere Bäume und Sträucher kamen in der näheren Umgebung in den Boden. So wurden an einem 80 Meter langen Feldweg nördlich von Wormlage weitere Pflanzungen umgesetzt.

 Die unmittelbar nach dem Schaden gefällten sieben Alleebäume wurden auf Flächen im Amt Altdöbern ersetzt. Darüber hinaus gelangten in den Jahren 2014/2015 Obstbäume zwischen Gosda und Schöllnitz in den Boden.

Eine Neubepflanzung der in die Allee gerissenen Lücken sahen die Fachleute indes als nicht sinnvoll an. Der Grund: Für die jungen Gehölze gebe es aufgrund der umgebenden Altbäume zu wenig Licht. Zudem ginge der homogene Charakter der Allee verloren.

Indes hat das Land Brandenburg nach Angaben des Landesbetriebes Straßenwesen längst den Rechtsstreit gegen den Verursacher der Schäden gewonnen. Dieser wurde bereits vor Jahren zu einer Zahlung von rund 136 000 Euro verdonnert. Diese Summe drücke in etwa den Schaden an den fast 200 Alleebäumen aus.