ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 13:32 Uhr

Kunst und Naturschutz
Trafostation wird zum Naturschutz-Wasserturm

Am 15. Juni ist es soweit: Die Gerüste fallen vom kleinen Bruder des Schwarzheider Wasserturms.
Am 15. Juni ist es soweit: Die Gerüste fallen vom kleinen Bruder des Schwarzheider Wasserturms. FOTO: Richter-Zippack
Schwarzheide. Das Schwarzheider Wahrzeichen gibt es jetzt im Doppelpack. Die kleinere Kopie befindet sich direkt an der B 169. Von Torsten Richter-Zippack

In der Chemiestadt gibt es jetzt zwei Wassertürme. Und zwar das 36 Meter hohe Original direkt im Zentrum. Neuerdings befindet sich unmittelbar neben der B 169 im Stadtteil Ost eine Kopie des Wahrzeichens. Dabei handelt es sich um eine rund zehn Meter hohe, ehemalige Trafostation. Sie war nach Angaben von Daniel Breutmann, Fachreferent Bau bei Mitnetz Strom, einer Tochter des Stromversorgers enviaM, nach 45 Jahren außer Betrieb gegangen. Direkt daneben wurde eine neue Station errichtet.

Der nunmehr leer stehende Trafoturm erfuhr seine Sanierung. Der gebürtige Finsterwalder Künstler Michael Kröpsch, auch bekannt als „Barney“ beziehungsweise „Lackdoktor Lausitz“, gestaltete die alte Stromstation via Airbrush als Wasserturm um. Die täuschend echt wirkende Kopie enthält sogar drei Uhren, die auf Funkbasis die korrekte Zeit anzeigen. Am heutigen Freitag fällt laut Breutmann am kleinen Bruder des Wasserturms die Rüstung.

Mehr noch: Das Gebäude dient nicht nur als Hingucker an der viel befahrenen Bundesstraße, sondern ebenso als Fledermaus- und Vogelquartier, informiert Stephanie Porwol von der Stadt Schwarzheide. „Die nachtaktiven Fledermäuse verstecken sich tagsüber in Spalten, Hohlräumen, Höhlen und Gebäuden. Erst in der Dämmerung verlassen sie diese Quartiere, um sich auf Insektenjagd zu begeben. Gebäude wie unsere Trafostation fungieren für die geflügelten Säuger als Ersatz für natürliche Fels- und Baumhöhlen“, erklärt Porwol. Darüber hinaus, so ergänzt Daniel Breutmann, sollen Vogelnistkästen angebracht werden.

Obwohl bereits jetzt die Gerüste fallen, werden die Gesamtarbeiten nach Angaben der Stadt erst während des Hochsommers abgeschlossen. Schwarzheide hatte die Transformatorenstation im Jahr 2016 zu einem symbolischen Preis von der enviaM erworben. „Wir machen dann in Absprache mit den jeweiligen Kommunen die Stationen schick“, erläutert Daniel Breutmann.