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| 19:34 Uhr

Qualität im Lausitzer Seenland
Die Familienfreundlichkeit fest im Blick

Marcus Heberle (l.) vom Tourismusverband Lausitzer Seenland und Krabatmühlen-Geschäftsführer Tobias Zschieschick prüfen, wie familienfreundlich die Freizeiteinrichtung in Schwarzkollm eigentlich ist.
Marcus Heberle (l.) vom Tourismusverband Lausitzer Seenland und Krabatmühlen-Geschäftsführer Tobias Zschieschick prüfen, wie familienfreundlich die Freizeiteinrichtung in Schwarzkollm eigentlich ist. FOTO: LR / Catrin Würz
Senftenberg. Das Lausitzer Seenland will sich als Top-Urlaubsziel speziell für Familien etablieren. Doch das ist nicht im Selbstlauf zu erreichen. Der Tourismusverband testet derzeit, wie gut es bei den Anbietern mit der Familientauglichkeit bestellt ist. Von Catrin Würz

Das Lausitzer Seenland will sich als Top-Urlaubsziel vor allem für Familien mit Kindern einen guten Namen machen. Tolle Badestrände, Ausflugsziele mit Abenteuercharakter und schöne Spielplätze gibt es zwar längst. „Doch Familienfreundlichkeit als touristisches Qualitätsmerkmal ist viel mehr“, sagt Marcus Heberle. Der Vize-Geschäftsführer des Tourismusverbandes Lausitzer Seenland ist dieser Tag gerade wieder unterwegs zu verschiedenen Tourismusanbietern, Gaststätten und Herbergen im Seenland, um zu prüfen, wie es mit der Familientauglichkeit denn nun eigentlich bestellt ist. Mit dabei hat er immer einen mehrseitigen Fragebogen. „Die Kriterien für familienfreundlichen Urlaub, die wir damit abfragen, wurden von einer Arbeitsgruppe in unserem eigenen Verband entwickelt. Natürlich unter Zuhilfenahme landes- und bundesweiter Qualitätsanforderungen“, erklärt Heberle. Die Kriterien sind streng. „Denn Eltern sind es auch, wenn sie das Ziel für den entspannten Familienurlaub aussuchen“, ergänzt er.

An diesem Vormittag wird er die Krabatmühle in Schwarzkollm unter die Lupe nehmen. Deren Geschäftsführer Tobias Zschieschick weiß zwar, dass Kinder das historische Gebäudeensemble mit Mühle und Erlebnispfad, den gruseligen Schwarzen Müller und die Buttermilchplinsen aus der Bauernstube über alles lieben. „Doch uns ist schon klar, dass dies allein nicht reicht, um das Familien-Siegel zu bekommen“, räumt er gleich im Vorfeld schmunzelnd ein.

Denn wer künftig das in den Seen­land-Farben gehaltene Siegel mit der stilisierten Familie drauf an seine Eingangspforte nageln möchte, muss auch auf Details und Kleinigkeiten achten - und auf Service für Eltern. Sind auf dem Gelände Unterstellmöglichkeiten für Kinderwagen zu finden? Hält die Gaststätte eine spezielle Kinderkarte vor? Gibt es Spielzeug, Ausmalhefte oder sogar ein Spielzimmer, mit denen Kindern die Wartezeit auf das Essen verkürzt wird? Sind im Wickelraum Windeln für den Notfall und auf den Toiletten Kindersitze fürs WC zu finden? Ist die Einrichtung mit genügend Ersthelfern für den Notfall ausgestattet? Und ganz klar: Gibt es explizit Angebote, die sich an Familien und Kinder richten und sind diese auch ausreichend im Internet und auf Flyern dargestellt?

Freilich: Tobias Zschieschick kann für seine Krabatmühle nicht auf Anhieb alle Kriterien erfüllen. Kindersicherungen an Steckdosen oder die bevorzugten hellen Farben in den Räumen sind für ein altes historisches Gebäudeensemble wie die Krabatmühle nun mal nicht zu realisieren. Über die Vorstellung einer Schwarzen Mühle in mädchenfreundlichem Rosa müssen Tobias Zschieschick und Marcus Heberle dann erstmal herzlich zusammen lachen. „Soweit muss es nicht kommen“, bestätigt der Vertreter des Tourismusverbandes.

Krabatmühlenchef Tobias Zschieschick nimmt die Anregungen des Verbandes dennoch als das, was sie sein sollen. „Ich finde es gut, dass wir dadurch gezwungen sind, über uns nachzudenken und uns das Thema Familie bewusst zu machen.“

Ein halbes Jahr hat die Mühle nun Zeit, eine Handvoll kleinerer Defizite noch zu tilgen. Dass dann vielleicht schon im kommenden Jahr das Gütesiegel „familienfreundlich“ an der Eingangspforte prangt, daran gibt es kaum einen Zweifel.