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| 17:53 Uhr

Erholung für Kinder aus Weißrussland
Tolle Erlebnisse und viel gesunde Luft

Weißrussische Kinder waren für dreieinhalb Wochen in Frauendorf und in Familien in der Region zu Gast und sagten dafür am Sonntag im Rahmen eines Gottesdienstes Danke mit einem Kulturprogramm.
Weißrussische Kinder waren für dreieinhalb Wochen in Frauendorf und in Familien in der Region zu Gast und sagten dafür am Sonntag im Rahmen eines Gottesdienstes Danke mit einem Kulturprogramm. FOTO: Mirko Sattler
Frauendorf. Kinder aus einer strahlenbelasteten Region in Weißrussland erholen sich in Frauendorf. Von Mirko Sattler

Schon seit 27 Jahren lädt sich der Tschernobylkinder-Hilfeverein Großkmehlen jeweils im Sommer bedürftige Kinder aus Regionen in Weißrussland ein, die auch heute noch unter den Folgen der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl leiden. Auch in diesem Jahr sind wieder 16 Kinder im Alter von neun bis 14 Jahren in der Lausitz zu Gast und erleben unbeschwerte Tage.

„Mit dem Besuch der Kinder bei uns haben sie nicht nur eine schöne Zeit. Der Besuch bei uns fördert auch ihre Gesundheit“, erklärt Martina Lorenz vom Großkmehlener Verein. Es werden Ausflüge in die Sächsische Schweiz, in den Spreewald oder nach Berlin unternommen und an zwei Gasteltern-Wochenenden gibt es für jedes Kind auch noch individuelle Erlebnisse. „Vor allem Familien mit eigenen Kindern ermöglichen es unseren Gästen, das deutsche Familienleben näher kennenzulernen. Rund die Hälfte unserer Gasteltern entscheiden sich, mehrmals eins oder zwei Kinder aufzunehmen. Diese Gastfamilien kommen zum Beispiel aus Lindenau und Ortrand, aber auch aus Elsterwerda oder Plessa“, so Martina Lorenz weiter.
Familie Schulze aus Lindenau hat zum zweiten Mal ein Kind aus Weißrussland bei sich zu Gast. „Unsere Tochter hat die Idee damals mit aus der Schule mitgebracht. Für uns war klar, dass wir ein Kind aufnehmen“, sagt Anja Schulze. Zusammen mit ihrem Mann Steve und den eigenen Kindern Leah (10), Amy (7) und Aiden (3) ging es als nun sechsköpfige Familie in die nähere und weitere Umgebung. „Wir sind in den Zoo nach Dresden gefahren, haben den Sonnenlandpark besucht und machten eine Radtour durch unser Amt“, erzählt der 41-jährige Steve Schulze. Mit einer Übersetzungs-App klappte auch die Verständigung mit ihrem Gastkind, der 13-jährigen Anna, prima.
Die Übersetzungs-App nutzte auch Familie Protzel. „Den Anstoß für ein Gastelternwochenende gab uns eine befreundete Familie. Anfangs versuchten wir noch, mit Englisch zu kommunizieren, was sich als sehr schwierig herausstellte. Mit der besagten Übersetzungs-App klappte es dann hervorragend“, erinnert sich Jenny Protzel. Ausflüge nach Dresden in den Zoo oder nach Senftenberg an den Hafen, Radtouren oder Gesellschaftsspiele  haben dem Gastkind Lisa (13) so gut gefallen, dass sie gern länger bei ihrer Gastfamilie bleiben wollte. „Einmal fragte sie mich, ob ich auch koreanischen Pop hätte. Das hat mich sehr zum Staunen gebracht. Lisa wusste genau, was sie wollte und hat sich immer gewählt ausgedrückt“, verriet Uwe Protzel.

Im Rahmen eines Gottesdienstes am vergangenen Sonntagnachmittag bedankten sich die weißrussischen Gastkinder nun mit einem kleinen kulturellen Programm bei ihren Gasteltern und allen Helfern, die den Aufenthalt möglich gemacht haben. Nach dreieinhalbwöchigem Aufenthalt treten die Kinder bereits am Freitag wieder die Heimreise nach Weißrussland an. Im Gepäck werden sie dann auch Geschenke wie Mützen, Pullover oder Topflappen haben, die die Tettauer Strickfrauen mit gesponserter Wolle extra für die Kinder hergestellt haben.