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| 19:03 Uhr

Fernsehhund in Lauchhammer
Tierischer TV-Star schaut vorbei

Das war das beliebteste Fotomotiv des Tages. Gleich als Erste haben sich Heinrich (5), Liselotte-Florentine(7), Lea (11) und Jenny (9) (v.l.n.r.) das Foto mit ihrem Löwenzahn-Helden “Keks” gesichert.
Das war das beliebteste Fotomotiv des Tages. Gleich als Erste haben sich Heinrich (5), Liselotte-Florentine(7), Lea (11) und Jenny (9) (v.l.n.r.) das Foto mit ihrem Löwenzahn-Helden “Keks” gesichert. FOTO: Aswendt Peter / PETER ASWENDT
Lauchhammer. 80 Jahre Hundesport beim HSV Lauchhammer gefeiert. „Keks“ vom TV Sender Kika begeisterte die Kinder. Von Peter Aswendt

Hundesport hat in Lauchhammer eine lange Tradition. Seit dem 22. Mai 1938 wird mit den vierbeinigen Begleitern des Menschen Hundesport betrieben. Der Allgemeine Hundesportverein (HSV) Lauchhammer setzt diese Tradition bis in die Gegenwart fort. Am Samstag wurde mit dem deutschlandweit begangenen Tag des Hundes gleich das 80-jährige Jubiläum mitgefeiert. Zur HSV-Feier war auch ein echter TV-Star zum Anfassen dabei.

Als um 11 Uhr der Spielmannszug Lauchhammer die Party zum 80. Geburtstag eröffnete, liefen viele Kinder der zahlreich erschienenen Gäste aufgeregt hin und her. Der Grund lag in der Ankündigung, dass ein TV-Star auftauchen soll. „Ich bin schon ganz aufgeregt und möchte unbedingt ein Foto mit ihm“, kann sich die 7-jährige Liselotte-Florentina kaum auf den Platz halten. Mit „ihm“ meint sie „Keks“, einen der Hauptdarsteller der Kika-Sendung Löwenzahn.

Keks alias Toschi ist ein großer Berner Sennenhund, der mit seinem Trainer Nils Conrad extra aus seinem Zwinger in Oberkrämer (Oberhavel) nach Lauchhammer gekommen ist, um zum Jubiläum zu gratulieren. Bei über 30 Grad ist es aber für so einen großen Pelzträger nicht einfach, sich auf den Beinen zu halten und die vielen Streichelwünsche zu erfüllen. Aber gelassen und mit raushängender Zunge, wie TV-Stars nun eben mal sind, wartete Toshi geduldig auf seinen Einsatz. Zustande kam die Stippvisite des TV-Hundes durch ein Vereinsmitglied: „Unser zweiter Vorsitzender Klaus Weinert ist auch Mitglied im Brandenburger Sennenhundeverein, dadurch kannte er die Trainer von Toschi“, verrät Jens-Uwe Klöditz (56), Vorsitzender des HSV. Nach den üblichen Grußworten und einer Ehrung für eine 50-jährige Mitgliedschaft von Erhard Waldau, war es soweit. Schlagartig klebten alle Kinder mit den Nasen am Zaun, der das Trainingsgelände abtrennt und schauten mit großen Augen zu, wie Toschi auf Kommando bellt, oder mit der Pfote winkt oder nur gelangweilt rumliegt. Natürlich ist die Langeweile nur gespielt und auf Kommando beendet. Lea (11), die mit dem Spielmannszug schon im Einsatz war, erzählt: „Ich habe selbst einen Beagle und vielleicht kann ich ihm auch noch einige Tricks beibringen.“ Aber erst mal reiht sie sich fürs Streichelfoto ein. Jenny (9) aus Lauchhammer darf schon ab und zu mit dem Jagd-Terrier ihres 14-jährigen Bruders spielen: „Ich gehe mit ihm spazieren, aber er ist ganz schön wild“, stöhnt die kleine Hundeliebhaberin. Auch sie hat  nur ein Ziel: „Toshi streicheln und ein Foto machen.“ Gegen 13 Uhr hat es dann der TV-Star geschafft: „Bei den Temperaturen ist es für Toschi ziemlich anstrengend, immerhin ist er schon zehn Jahre alt“, so Nils Conrad, der mit der neuen Kika-Serie Löwenzähnchen, mit der Berner Sennenhündin Zora, den nächsten tierischen TV-Star am Start hat.

Natürlich standen auch Vorführungen des HSV Lauchhammer im Mittelpunkt. Der Vorsitzende Jens-Uwe Klöditz zeigte mit seinem Deutschen Schäferhund Max eine Schutzhundeübung, bei der ein Flüchtiger gestellt werden musste. In die Rolle schlüpfte das jüngste Vereinsmitglied Mirko Sailer (19): „Die Wucht, mit der man umgerissen wird, ist schon beeindruckend.“ Beeindruckend ist aber nicht nur die Geschwindigkeit, mit der die Übung abläuft, vielmehr ist die Tatsache bewundernswert, dass sich der Hund von seinem vermeidlichen Opfer hinterher streicheln lässt. „Wir machen hier eine Sporthundeausbildung“, erklärt Klöditz. „Für unsere Hunde ist das eine sportliche Herausforderung, kein Kampf oder Aggression“, fügt er hinzu. Deshalb haben auch neue Mitglieder im Verein eine sechsmonatige Probezeit: „Wir schauen uns die Menschen genau an, die zu uns kommen. Wir brauchen keine Typen, die Hunde nur als Statussymbole haben oder Angst verbreiten wollen“, fügt er hinzu.

Für die 30 Mitglieder ist ihr HSV eine Herzensangelegenheit: „Es müssen im Jahr mindestens 15 ehrenamtlich Stunden erbracht werden, die meisten haben über 100 Stunden“, lacht Klöditz. Für den Unterhalt müssen jedes Jahr circa 5000 Euro aufgebracht werden. „Wir haben gute Partner in der Region, die uns helfen“, bestätigt der Vorsitzende. Übrigens hat sich der gute Ruf des HSV auch bei anderen Hundebesitzern rumgesprochen. Viele nutzen ein Angebot des Vereins ihre Begleiter auf vier Pfoten besser verstehen zu lernen: „Wer möchte, kann bei uns Ausbildungstage gemeinsam mit seinem Hund buchen“, erklärt Klöditz das Angebot. „Wir hören uns die Sorgen und Wünsche des Hundehalters an und erarbeiten gemeinsam eine Ausbildung“, zeigt er den Ablauf auf.

Die Besucher konnten noch bis in den späten Nachmittag ein abwechslungsreiches Programm genießen und selbst Gäste aus Senftenberg waren von dem Tag sehr angetan: „Wir haben eine WhatsApp-Hundegruppe, dort haben wir von dem Tag erfahren und waren neugierig“, lachen Katharina Krüger und Susann Lehmann, die mit ihren Hunden das Fest besuchten.