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| 20:19 Uhr

Lauchhammer
Tiergehege wieder in festen Händen

Bürgermeister Roland Pohlenz (r.) und Carina Reiß, Leiterin Liegenschaften, übergeben das Tiergehege an Kevin Theiler.
Bürgermeister Roland Pohlenz (r.) und Carina Reiß, Leiterin Liegenschaften, übergeben das Tiergehege an Kevin Theiler. FOTO: Stadt Lauchhammer
Lauchhammer. Im Schlosspark Lauchhammer hat das Areal wieder einen ehrenamtlichen Betreuer. Ein 20-Jähriger, der Azubi im Rathaus ist und als Kleintierzüchter schon jede Menge Erfahrung besitzt, übernimmt die Bewirtschaftung. Sehr zur Freude der Stadt.

 Das Tiergehege im Schlosspark Lauchhammer-West erfreut sich seit jeher großer Beliebtheit bei Besuchern jedes Alters. Das insgesamt rund ein Hektar große Areal wurde im Jahr 1975 vom damaligen Braunkohlenveredlungswerk Lauchhammer an die Stadt übergeben und befand sich seitdem in mehreren Trägerschaften. Um diese Einrichtung zu erhalten, hat die Stadt seit dem Jahr 2001 eine ehrenamtliche Betreuung sichern können. Einen großen Anteil daran haben bisher die Jäger der Jagdgenossenschaft Lauchhammer gehabt. Manfred Hübner betreute das Tiergehege bis 2008 mit seiner Jägerschaft, später dann bis 2013 Jäger Frank Dietz. Doch als sich der Waidmann plötzlich von einem Mann aus der Nachbarschaft unbegründeten und falschen Angriffen ausgesetzt sah, dass er illegal Tiere töten würde, gab der Jäger das Ehrenamt ab.

Mehrere Jahre suchte die Stadt Lauchhammer danach ergebnislos nach ehrenamtlicher Hilfe. Seit 2015 leistete Frank Dietz wieder fachliche Unterstützung bei der Betreuung des Tiergeheges, die Bewirtschaftung jedoch erfolgte durch die Kommune.

Nun gibt es seit dem 1. Februar allerdings wieder einen ehrenamtlichen Betreuer für das Tiergehege. Kevin Theiler, Auszubildender im dritten Lehrjahr bei der Stadtverwaltung Lauchhammer, hat das Objekt mit insgesamt 14 Tieren, darunter Muffel- und Damwild, zur Bewirtschaftung übernommen. Der 20-jährige Lauchhammeraner, der nur wenige hundert Meter vom Schlosspark entfernt wohnt, betreut auf dem elterlichen Grundstück selbst Schafe, Ziegen, Kaninchen und Hühner. Seit über zwölf Jahren beschäftigt sich der angehende Verwaltungsmitarbeiter mit der Zucht von Geflügel und der Haltung verschiedener Nutztierrassen. Im Jahr 2008 trat er einem Kleintierzuchtverein bei und ist dort inzwischen stellvertretender Vorsitzender.

Bürgermeister Roland Pohlenz freute sich, dass sich ein Auszubildender der Stadt Lauchhammer bereit erklärt hat, dieses ehrenamtliche Engagement einzugehen. „Das sichert den Fortbestand des beliebten Tiergeheges. Wir wollen weiterhin unterstützend tätig sein und Instandsetzungsmaßnahmen sowie Futtermittelkosten übernehmen“, bestätigt das Stadtoberhaupt.

Auch die Jagdgenossenschaft Lauchhammer unterstützt das Wildgehege mit Zuschüssen für  Futter und will zwei Futterautomaten sowie zwei Warmtränken finanzieren. Nach umfassenden Reinigungs- und Reparaturarbeiten sei der Aufbau eines kleinen Schaf- und Ziegenbestandes und einer Putenzucht geplant, kündigt Kevin Theiler an. „Wir haben dafür vorrangig vom Aussterben bedrohte Tierrassen im Blick“, sagt er. Und er ergänzt ernst: „Bei Gehegetieren gehört es aber auch dazu, nach einer bestimmten Zeit zu selektieren – also zu verkaufen oder zu schlachten“, so Theiler. Hintergrund für diese Aussage sind die Anfeindungen aus der Nachbarschaft in den vergangenen Jahren.