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Feuerwehr
Kameraden auf einer Achterbahnfahrt der Gefühle

Horst Schellnock aus Peickwitz (2.v. l.) und Engelbert Bernert aus Lauchhammer (2.v.r.) nehmen Glückwünsche für ihre 70-jährige Mitgliedschaft in den Reihen der freiwilligen Feuerwehr entgegen.
Horst Schellnock aus Peickwitz (2.v. l.) und Engelbert Bernert aus Lauchhammer (2.v.r.) nehmen Glückwünsche für ihre 70-jährige Mitgliedschaft in den Reihen der freiwilligen Feuerwehr entgegen. FOTO: Uwe Hegewald
Bronkow. Die Auszeichnungsveranstaltung des Kreisfeuerwehrverbandes Oberspreewald-Lausitz wird am Wochenende zu einer emotionalen Angelegenheit. Von Uwe Hegewald

Als Achterbahnfahrt der Gefühle werden Teilnehmer die gemeinsame Auszeichnungsveranstaltung des Landkreises Oberspreewald-Lausitz und des Kreisfeuerwehrverbandes (KFV) in Erinnerung behalten. Unerwartete Beförderungen, Abschieds- und Freudentränen, ein Landrat in Uniform und der wohl letztmalige Auftritt des Feuerwehrchores „Silbertannen“ bescherten den Gästen ein Wechselbad der Gefühle. 132 Namen von Frauen und Männern stehen auf der Liste der Empfänger von Dienstmedaillen für 40-, 50-, 60- und sogar 70-jährigen ehrenamtlichen Wirkens in den Reihen der freiwilligen Feuerwehr. „Die Bürger haben großes Vertrauen im Amtieren der Feuerwehren“, beruft sich Manfred Mrose auf vertrauenswürdige Umfragen. Erneut äußert der Kreisverbandsvorsitzende aber auch die schleichende Akzeptanz der ehrenamtlichen Arbeit von Feuerwehrleuten in der Öffentlichkeit. Umso wichtiger sei es, dass bereits in Kindergärten, Schulen und insbesondere in Familien das Gewinnen von Nachwuchsfeuerwehrleuten passiere. Mit seinem Appell, der auch an die geehrten Feuerwehr-Urgesteine gerichtet ist, findet Manfred Mrose die richtige Dosis und auch ein Paradebeispiel: „Wir wissen, dass Leute der älteren Generation neue Medien scheuen. Nehmen Sie sich Ihre Enkel zur Seite und besuchen Sie mit ihnen gemeinsam unsere seit zehn Jahren von Holger Neumann aus Vetschau vorbildlich geführte Homepage. Dort finden sie auch alle Fotos von der heutigen Festveranstaltung“, sagt Manfred Mrose in seiner letzten Rede auf einer Auszeichnungsveranstaltung. Der langjährige Vorsitzende wird zur kommenden Wahl im Frühjahr nicht mehr kandidieren.

Dem rastlosen Mann wird der kommunale Ritterschlag erteilt.  Lübbenaus Stadtwehrführer Hartmut Wassermann befördert Manfred Mrose zum 1. Hauptbrandmeister. Der verbale Ritterschlag war Sache des langjährigem Wegbegleiters und Kreisjugend-Feuerwehrwartes, Fred-Hagen Karzenburg (Calau). Er sucht nach einer Antwort, wie Manfred Mrose seine ehrenamtlichen Aktivitäten überhaupt unter eine Dienstmütze bekommt: Von Beginn an Vorsitzender des Kreisfeuerwehrverbandes, Ortsvorsteher und Ortswehrführer von Klein Radden, Leiter des Fördervereins, Kämpfer in der Lübbenauer Bürgerinitiative „Drunter oder Drüber“, Familienoberhaupt, Mitglied im örtlichen Jagdverband – wo nimmt dieser Mann die Kraft her, rätselt Karzenburg.

Weitere Vorstandsmitglieder werden ihren Platz räumen und den begonnenen Verjüngungsprozess der Kreisfeuerwehr-Riege fortsetzen. So ist es dem scheidenden Kreisbrandmeister Ingo Worreschk vergönnt, verdienstvollen Jubilaren und Aktiven noch einmal die Hand zu schütteln. Unter ihnen die Feuerwehrsportlerinnen aus Groß Lübbenau und Sportler aus Klein Radden, sowie die zu Fachbereichsleitern berufenen Robert Abt (Altdöbern), Fachbereich Sprechfunk oder Fred-Hagen Karzenburg, Fachbereich Truppführer-Ausbildung.

Selbst Landrat Siegurd Heinze (partelos) steht zwischenzeitlich auf der Seite der Dienstmedaillen-Empfänger. Der Oberbrandmeister zählt zu den 56 Kameraden im Landkreis, die 40 Dienstjahre aufweisen. „Eine Einladung ist mir vom designierten Kreisbrandmeister Tobias Pelzer ausgesprochen worden. Per Einsatzfahrzeug ging es nach Bronkow in die Bauernküche. Es war die angenehmste Dienstfahrt des Jahres“, erzählt der Landrat.