"Wir sind auf den Hund gekommen", lacht Schulleiterin Kathrin Richter. Ihre Schüler haben Theo nach den ersten beiden Schulwochen längst in ihr Herz geschlossen. Die "Theo-Stunden" sind heiß begehrt. Seine bloße Anwesenheit sorgt für eine entspannte Atmosphäre im Klassenraum. Er beruhigt und gibt den Kindern Sicherheit. Sie freuen sich, wenn sein Schwanz wackelt, weil Theo kitzelig ist. Und sie sind ganz leise und umsichtig, wenn er sich hinlegt und schnarcht. Einen kleinen Zappelphilipp aus der zweiten Klasse hat Theo ganz schnell zur Ruhe gebracht. "Er hat sich einfach vor seine Füße gelegt, die zuvor pausenlos gezappelt haben", erklärt die Sonderpädagogin Theos Einsatz bei Konzentrationsproblemen.

Für Schulleiterin Kathrin Richter ist Theo ein Glücksfall. Das inklusive Konzept, bei dem alle Kinder unabhängig von Beeinträchtigungen oder Entwicklungsschwierigkeiten gemeinsam lernen, könne mit dem ausgebildeten Therapiehund nachhaltig unterstützt werden. "Seine Anwesenheit hilft, kommunikative, motorische, soziale und emotionale Barrieren zu überwinden", erklärt die 27-jährige Christiane Scholze aus Hosena. Sie hat mit Theo schon in Halle und im Vorjahr in einer ersten Klasse an der Cottbuser Förderschule für verhaltensauffällige Kinder gearbeitet. Theo befindet sich momentan in der Ausbildung zum Therapiehund. Das Abschluss-Seminar findet in den Oktoberferien in Dänemark statt.

Eingesetzt wird Theo in allen Klassen. Von der neuen Sonderpädagogin mit Therapiehund und den zusätzlichen 33 Wochenstunden für die Förderung profitieren an der Guteborner Pilotschule alle Kinder, auch die mit besonderen Begabungen. Das ist Schulleiterin Kathrin Richter wichtig. Unter ihren 173 Schülern befinden sich 21 mit speziellem Förderbedarf. Darunter ist ein Kind mit Down-Syndrom, ein Epileptiker, ein Kind mit Mucoviszidose, sehschwache und hörgeschädige Kinder, ein Rheumatiker und Kinder mit dem Förderschwerpunkt Sprache.

Theo bringt sie alle zusammen und macht Lust auf Schule - den Schwachen und den Starken.