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| 11:04 Uhr

Thema der Woche: Mensch bleib’ gesund Vorsicht! Grippewelle im Anmarsch

Senftenberg. Auch wenn der Herbst derzeit noch mit recht hohen Temperaturen und sonnigem Wetter besticht, gehören schniefende Nasen und Husten schon verstärkt zur täglichen Beobachtung in Menschen-Ansammlungen. Gerade dort, wo viele Leute aufeinander treffen, ist die Ansteckungsgefahr besonders hoch. Von Jana Wieduwilt

Grippe und Erkältungen sind sehr schnell übertragbar. Schon bevor der Betroffene die Symptome bemerkt, kann er das Virus durch Tröpfchen-Infektion weitergeben. Ein Niesen genügt, ein Händedruck reicht aus, um sich die Influenza-Viren einzufangen. Die Ärzte unterscheiden Erkältung und Grippe. Die Erkältung wird ebenfalls durch Viren ausgelöst und geht mit Husten, Schnupfen und Frösteln einher. "Das ist unangenehm, aber nicht gefährlich", erklärt Dr. Klaus Bethke, der Amtsarzt des Landkreises Oberspreewald-Lausitz. Die durch Influenza-Viren verursachte echte Grippe kann hingegen lebensgefährlich sein. Typische Anzeichen sind Muskel- und Gliederschmerzen, Kopfschmerzen, Müdigkeit und Schwächegefühl, Halsschmerzen und ein trockener Husten. Kennzeichnend sind der plötzliche Beginn der Beschwerden und der schwere Verlauf. Erkrankte mit sehr hohem Fieber und schlechtem körperlichen Allgemeinzustand sollten so schnell wie möglich einen Arzt aufsuchen, empfiehlt Dr. Bethke. Denn regelmäßig gibt es – hier bisher wenige – Todesfälle, die auf die Erkrankung zurückzuführen sind. Größere Grippewellen habe es in den vergangenen Jahren im Landkreis nicht gegeben. Man kann sich schützen. Doch wie funktioniert die Impfung? Es gibt viele unterschiedliche Grippe-Viren. Gegen drei der häufigsten Virenarten schützt die Grippeschutzimpfung. Geimpft wird mit einem Bestandteil eines abgetöteten Virus. Wenn dieses nicht mehr wirksame Teil des Virus in den Körper kommt, bildet das Abwehrsystem Antikörper gegen die geimpften Virusarten. Dann ist der Körper für eine Saison, "etwa vier bis sechs Monate", gegen die Infektion mit dem gefährlichen Erreger geschützt. Eine Virusart, gegen die nicht geimpft wurde, kann aber trotz vorsorglicher Impfung eine Virusgrippe auslösen. Die brandenburgische Impfkommission empfiehlt die Grippeschutzimpfung für alle Bevölkerungsgruppen. Ganz besonders wichtig ist die vorbeugende Impfung für Risikogruppen. "Dazu gehören vor allem ältere Leute über 60 Jahre, Menschen mit chronischen Krankheiten und Personen, die sehr großem Publikumsverkehr ausgesetzt sind", erläutert Bethke. Die Älteren und chronisch Kranken besitzen nicht mehr genügend Abwehrkräfte, ihr Körper ist durch die dauerhafte Erkrankung geschwächt. Nebenwirkungen der Impfung seien bisher im Landkreis noch nicht aufgetreten, so Bethke weiter. Die Impfung zahlen die Krankenkassen. Den Pikser sollte man sich jährlich vor der Grippe-Saison abholen. "Gegen Grippe helfen keine Antibiotika", so Bethke, die wirken nur gegen Bakterien. Von nur wenigen Herstellern gibt es Medikamente gegen eine Virusinfektion, sie werden Virustatika genannt. Nimmt der Erkrankte diese Mittel innerhalb von 48 Stunden nach Beginn der Krankheit ein, wird der Verlauf der Grippe gemildert. Ist die Einnahme des Medikamentes nicht mehr möglich oder nicht notwendig, "müssen Erkrankte die Grippe aushalten", so Bethke. Bettruhe, viel Flüssigkeit und Hausmittel lindern die Beschwerden. Gesunde und jüngere Menschen überstehen auch eine echte Virusgrippe weitgehend ohne Komplikationen. "Ein guter Allgemeinzustand hilft zur schnelleren Genesung nach jeder Erkrankung." Aber eine Grippe schwächt den Körper in jedem Falle, sodass weitere Infektionen durch andere Krankheitserreger hinzukommen können. Der Genesungsprozess ist langwierig. Vorbeugend rät Bethke zu einer gesunden Ernährung, viel Bewegung an frischer Luft, um die Abwehrkräfte zu stärken.