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| 02:42 Uhr

Theater sucht neue Requisitenhalle

Alte Schinken soweit das Auge reicht. Der anstehende Umzug des Requisitenlagers der Neuen Bühne raus aus der Turnhalle der einstigen Realschule wird für den Technischen Direktor Axel Tonn eine echte Herausforderung.
Alte Schinken soweit das Auge reicht. Der anstehende Umzug des Requisitenlagers der Neuen Bühne raus aus der Turnhalle der einstigen Realschule wird für den Technischen Direktor Axel Tonn eine echte Herausforderung. FOTO: Steffen Rasche/str1
Senftenberg. Der Platz geht aus: Die Neue Bühne steht nach der Kündigung des bisherigen Requisitenlagers in der Turnhalle der einstigen Realschule vor echten Schwierigkeiten. Weil die Zeit drängt, startet das Theater in der Not einen öffentlichen Suchaufruf nach passenden Lagerräumen oder einer Halle. Andrea Budich

"Die Zeit wird immer knapper. Bis spätestens April müssen wir mit Sack und Pack umgezogen sein", erklärt der Technische Direktor Axel Tonn den Ernst der Lage.

Wobei es sich beim Sack und Pack im Falle des Senftenberger Theaters nicht um das Mobiliar einer großzügig geschnittenen Altstadt-Wohnung handelt. "Wir reden hier von bis zu 3000 Einzelteilen", sagt Axel Tonn. Dazu gehört so gut wie alles, was irgendwann auf den Bühnenbrettern die Zuschauer verzaubert hat und die Illusion scheinbar spielerisch zur Perfektion werden lässt. Zu den "alten Schinken" gehören Schränke, Regale, Kommoden, Teppiche, Couch-Garnituren, Sofas, Sessel und Lampen aus der Barock-, Rokoko-, Biedermeier- und Empirezeit bis hin zur Moderne.

Das bisherige gut 400 Quadratmeter umfassende Turnhallen-Lager ist brechend voll - und muss schnellstens geräumt werden. Denn das Schweizer Investorenpaar aus Zürich, das im Vorjahr das denkmalgeschützte Schulensemble samt Turnhalle gekauft hat, will mit dem Umbau zu einem modernen Hotel loslegen. In zwei Jahren soll das Werk vollbracht sein. Dabei hat der neue Besitzer für die Notlage des Theaters großes Verständnis gezeigt und bis zur Räumung der Turnhalle einen fast sechsmonatigen Zeitraum eingeräumt.

Mehrere Alternativen für ein neues Requisitenlager sind in den vergangenen Wochen und Monaten gründlich geprüft worden. "Am Ende haben sich alle Pläne entweder aus Kostengründen oder wegen Rückzugs des Anbieters zerschlagen", erklärt der Technische Direktor. Bei der Suche ist deutlich geworden: Ungenutzte Kulturhäuser, Firmenhallen oder große Lagerräume sind absolute Mangelware und kaum noch aufzustöbern. Als Beispiel nennt Axel Tonn das Kulturhaus Reppist, das gleichfalls übergangsweise als Requisitenlager gedient hatte. Das Haus ist inzwischen wie viele andere auch saniert.

Eine Luxusimmobilie suchen die Theaterleute nicht. "Trocken, dicht, nicht zu klein und abschließbar sollte das Lager sein", nennt Tonn die Prämissen. Standort der neuen Räumlichkeit kann auch in den Senftenberger Ortsteilen sein. Angebote, Hinweise und Tipps bitte schnellstmöglich an a.tonn@theater-senftenberg.de senden oder telefonisch unter 03573 801240.

Damit das Requisiten-Problem endgültig vom Tisch kommt, soll in den nächsten fünf Jahren das Lager in der ehemaligen Umformerstation an der Senftenberger Spirostraße so ertüchtigt werden, dass dort künftig sämtliche Requisitenteile vom Hocker bis zur sperrigen Bühnenwand hineinpassen.