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| 21:50 Uhr

Spaß an Handarbeit
Tettauer Strickfrauen lassen auch im Sommer die Nadeln glühen

 Die Tettauer Strickfrauen haben Spaß an ihrer Handarbeit. Und wenn sie mit den Sachen auch noch anderen eine Freude machen können, um so besser. Diese Mützen und Strümpfe wurden für die Tschernobylkinder verpackt.
Die Tettauer Strickfrauen haben Spaß an ihrer Handarbeit. Und wenn sie mit den Sachen auch noch anderen eine Freude machen können, um so besser. Diese Mützen und Strümpfe wurden für die Tschernobylkinder verpackt. FOTO: Renate Kupfer
Tettau. Seit Jahren verschenkt die Truppe die liebevoll gefertigten Handarbeiten auch an die kleinen Gäste des Tschernobylkinder-Hilfevereins Großkmehlen. Von Rudolf Kupfer

Auch wenn Wollstrümpfe, Mütze und Strickschals angesichts der Hitze gerade nicht besonders aktuell sind – die Strickfrauen von Tettau sind auch im Hochsommer aktiv. Am Wochenende haben die Frauen ihre handgefertigten Stricksachen als Spende an die Kinder und Jugendlichen übergeben, die momentan für ein paar Wochen beim Tschernobylkinder-Hilfeverein Großkmehlen zu Gast sind.

Die Tettauer Strickfrauen gehören schon seit Jahren zu den Unterstützern des Gastaufenthaltes der weißrussischen Kinder in Frauendorf. Mehrere Wochen lang hatten die zwölf Frauen unter Leitung von Adelheid Magister fleißig gestrickt – zum Beispiel Schals, Handschuhe, Mützen, Strümpfe und anderes aus Wolle für die 16 kleinen Gäste aus Weißrussland. In der Heimat der Ferienkinder sind die Winter viel strenger als in der Lausitz. Dann werden sie die wärmenden Sachen aus Tettau gern anziehen.

„Dass wir mit unserem Hobby, dem Stricken, anderen Menschen helfen können und Freude bereiten, motiviert uns immer wieder, aktiv zu bleiben“, so die Chefin der Strickfrauen Adelheid Magister. Wöchentlich einmal trifft sich die Runde und tauscht sich zur Gestaltung mit Farben, Formen und Mustern aus.

„Obwohl Stricken eine lange Tradition hat, sind wir immer wieder auf der Suche nach neuen Ideen. Faszinierend, was in Handarbeit aus Wolle alles gefertigt werden kann“, so Giesela Richter, die sich als Lauchhammeranerin in dieser Tettauer Runde gut aufgehoben fühlt. „Bei diesem Hobby finde ich Ruhe und Entspannung“, meint Helga Paulick aus Tettau und freut sich mit den anderen Frauen über die Nachfrage für die Handarbeiten.

Als nächstes werden Wollsachen für den Verein „Stoffwechsel“ in Dresden, der sich um sozial benachteiligte Kinder und Jugendliche kümmert, hergestellt. Die Übergabe wird gemeinsam mit den Produkten aus den Kirchen Tettau, Lindenau und Schraden zum Erntedankfest Anfang Oktober 2019 erfolgen.

„In den 15 Jahren unseres Bestehens haben wir schon Wärmestuben, die Babystation im Klinikum Lauchhammer und einige andere Einrichtungen mit unseren Sachen versorgt und Freude bereitet. Auch auf Märkten in Senftenberg, Groß­kmehlen und anderen Orten haben wir für unser Handwerk geworben,“ so Adelheid Magister. „Wollspenden werden immer benötigt und unterstützen unsere Arbeit. Interessierte sind herzlich eingeladen, bei uns mitzumachen“, lädt die Frauenrunde ein.

Die Grundlagen und den Zugang zu ihrem jetzigen Hobby haben die Frauen bereits in ihrer Grundschulzeit im Fach Nadelarbeit erhalten. Sie bedauern, dass ihren Enkeln diese Möglichkeit heute so nicht mehr geboten wird.