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| 13:53 Uhr

Partywochenende in Tettau
Tettauer Jugend lebt Fastnachts-Tradition weiter

Noch mit dicker Jacke wurde gleich nach dem Einmarsch in den Gasthof Sarodnik der erste Tanz, ein Walzer, vollzogen.
Noch mit dicker Jacke wurde gleich nach dem Einmarsch in den Gasthof Sarodnik der erste Tanz, ein Walzer, vollzogen. FOTO: Mirko Sattler
Tettau. Mit zünftiger Schalmeienmusik vom ortsansässigen Orchester ist die Tettauer Fastnachtgesellschaft in ihr traditionelles Partywochenende gestartet.

Punkt 18 Uhr setzte sich am Freitag der Festumzug in Richtung Ballsaal in Bewegung. Jeder Herr hatte ein Blumensträußchen am Revers und eine attraktive Dame an seiner Seite. Im Gasthof Sarodnik angekommen, spielte sogleich die Kapelle zum traditionellen Eröffnungswalzer „Zum 80. Mal veranstalten wir hier in Tettau eine Fastnacht. Ein Gruppenfoto vor der Gaststätte Winzer aus dem Jahre 1936 gilt dabei für uns als Beweisfoto“, erläutert Mitorganisator Michael Günther. „Seit Herbst letzten Jahres haben wir vorbereitet, geplant und die Dekoration gebaut“, sagt Toni Noack, einer der vier Organisatoren. 25 Pärchen machten in diesem Jahr bei dieser Tradition mit. „Es ist schwierig, Leute zusammen zu bekommen. Im letzten Jahr waren wir 30 Pärchen, davor sogar 35“, sagt Michael Günther. Doch was ist das besondere an diesem Fest? „Die Fastnacht ist der Höhepunkt der Jugend und jetzt auch der Älteren, wo man sich trifft, die Sorgen vergisst und in einer geschlossenen Klicke feiert“, erklärt er. Mit einer Zampertour durch Tettau hat der Samstag begonnen. Abends wurden die Spendengaben aus Eiern, Gurken, Schnaps und Bier verprasst. Showprogramme mit Mottos wie Ballermann, Baby Boom, Liebestempel oder der 25. Jahrestag des Mauerfalls rundeten das Wochenende ab.

Unzählige Male ist Kristin Schützel schon dabei. „Meine erste Fastnacht habe ich mit 14 Jahren gefeiert. Schon meine Eltern und Großeltern waren einst dabei. Heute könnten sogar schon meine Kinder mitmachen. Doch sie wollen erst, wenn Mutti und Vati nicht dabei sind“, sagt die 40-Jährige, die in ihrer Fastnachtslaufbahn bisher mit verschiedenen Männern die Tradition weiterleben lassen hat. Seit 2011 ist ihr Mann Matthias an ihrer Seite. „Ich selbst stamme zwar nicht aus Tettau, wurde aber vom damaligen Jugendclub adoptiert. Gäbe es noch die Regularien von einst, wären wir heute nicht hier“, meint der 34-Jährige.