| 02:45 Uhr

Temperaturen wie im Hochsommer

Eine für diese Jahreszeit unerwartete Herausforderung brachte für Mensch und Natur der zurückliegende September. Hochsommer zu Zeiten, in denen sonst schon der Herbst das Zepter fest in seiner Hand hat. RUNDSCHAU-Wetterfrosch Rudolf Kupfer / rkpl1

Bei Wassertemperaturen am Senftenberger See von über 20 Grad bestes Badewetter. "Warmer und trockener Septembermond mit reifen Früchten reichlich lohnt," traf für die Ernte voll zu.

Andererseits zeichneten anhaltende Hitze und Trockenheit Brandspuren in die Landschaft. Rasenflächen vertrockneten, die prächtige Blüte des Heidekrautes ging sehr schnell zu Ende, Pilze konnten sich in den Wäldern nicht entwickeln. "Wir haben sogar die Aussaat des Wintergetreides in der letzten Septemberwoche eingestellt, denn im ausgetrockneten Sandboden ist die Drillmaschine eingesackt ", so Landwirt Günter Kockro aus Großräschen.

Bereits der dritte Monat infolge brachte der Region zu wenig Himmelswasser. In Lindenau fehlen für diesen Zeitraum immerhin 73 mm, das ist mehr als eine Monatsmenge. Dabei wurde für September mit 35 mm hier noch das meiste gemessen. Am größten war das Defizit bei Jürgen Jentsch in Calau. Er hatte nur 6 mm im Messbecher, noch weniger Niederschlag hatte er 2006 mit nur 3 mm im September registriert. Diesem ebenfalls extrem trockenen und heißen September folgte anschließend kein richtig Winter, genauso wie es die Regel: "September lind, wird der Winter eine Kind," vorhersagt.

Die Frage nach dem kommenden Winter wird immer wieder auch den Hobbymeteorologen gestellt. "Ab Mitte Oktober gibt es mit einsetzenden östlichen Strömungen zunehmend kaltes Wetter", ist sich Klaus Hirsch aus Großkoschen ziemlich sicher. Er rät deshalb den Autofahrern, rechtzeitig an die Winterreifen zu denken. Streugut für den Winterdienst hat Siegfried Klaus von der Agrargenossenschaft Frauendorf bereits ausreichend bevorratet. Obwohl die Tageshöchsttemperaturen im zurückliegenden September nicht unter 18 Grad lagen, gab es am 22. September bereits am Boden in freien Lagen Reif, hat Ingo Noack in Schipkau beobachtet.

Der 100 jährige Kalender verkündet einen sehr unbeständigen Winter, der bald große Kälte, Regen und Schnee im ständigen Wechsel bringen soll. Poetisch fasst Klaus Kreter in Ortrand das Wetter im September zusammen: "Von der Sonne blank geputzter blauer Himmel, beeindruckende, makellose Sonnenuntergänge und helle, klare Mondnächte versetzten den Beobachter in Erstaunen und Entzücken."

Zum Thema:
Werte von der Messstation Michael Wesnigk in Klettwitz für September 2016: Höchsttemperatur: 31 GradTiefsttemperatur: 3 GradDrei Hitzetage, 12 Sommertage, 214 Stunden Sonnenschein, fünf Stunden mehr Sonnenschein als im August, Niederschlag 20 mm, Norm 50 mm, kein Gewitter, kein Sturm. Dauerregen in der ersten Oktoberwoche brachte 39 mm Niederschlag und damit mehr als im gesamten September.