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| 02:54 Uhr

Techniker, Christ und Philosoph

Jufo-Leiter Fred Hocker.
Jufo-Leiter Fred Hocker. FOTO: str1:
Lauchhammer. Der gestern vom Brandenburger Landtag ausgezeichnete Fred Hocker, Leiter der Jugend-forscht-Zentrums in Lauchhammer, versteht sich nicht nur als Techniker. Er ist auch Christ und sieht sich als Philosoph. Manfred Feller

Dabei bleibt er jedoch auf dem Boden der Tatsachen. In seiner Stadt Lauchhammer sieht er es so: "Ich will etwas für die Menschen tun. Viele sind resigniert. Ich kann den Eltern keine Arbeit, aber ihren Kindern eine bessere berufliche Grundlage schaffen." Indirekt sorgt er dann doch für neue Arbeitsplätze, wenn er sagt: "Jeder Ingenieur erhält oder schafft in Deutschland Arbeitsplätze." Aus seinem Jugend-forscht-Zentrum haben viele diesen Berufsweg eingeschlagen.

Wenn bei den Jungforschern sogar Mädchen mitmachen, dann können Technik und Naturwissenschaften nicht so schlimm sein. Das Interesse dafür sollte schon zu Hause geweckt werden, rät Fred Hocker: "Viele Eltern nervt das Fragen ihrer Kinder. Wenn sie antworten, dann sollten sie nicht erklären, sondern sich auf die Ebene des Kindes begeben und es gemeinsam erkunden." Am besten so, dass die Kinder am Ende denken, sie wären selbst auf die Lösung gekommen. "Der beste Lehrer ist der, bei dem die Kinder nicht merken, dass er ihnen hilft", ist die Maxime des Technikers.

In Deutschland sieht Fred Hocker viel geistiges Potenzial verschenkt, weil auf dem Bildungsweg und in der Freizeit Praktisches, Technisches und Naturwissenschaftliches vernachlässigt wird. "Die Kinder sollen sich nicht nur sportlich austoben", bittet er die Politik, Voraussetzungen für alle Interessengebiete zu schaffen. Er werde in seinen Bemühungen nicht nachlassen, sieht jedoch das Technologieland Deutschland immer schlechter aufgestellt: "Mir ist bange um den Zukunftsstandort."