"Das war einfach nur cool", resümieren Theresa Noack, Jenny Natusch, Annabelle Zerka und Josi Schleinitz unmittelbar nach einem Applaus, der auch gut und gerne zu einem Livekonzert mit derzeit angesagten Ikonen aus Rock und Pop gepasst hätte. Damit ging das Konzept für eine ganz andere Art von Präventionsveranstaltung auf. Den Aktionstag hat der Kreispräventionsrat des Landkreises Oberspreewald-Lausitz organisiert. "Ich habe das Tanztheaterstück schon einmal gesehen und fand es einfach toll", sagt Martina Gregor-Ness, eine der Mitinitiatorinnen für den Aktionstag, den der Landespräventionsrat im Rahmen der Sicherheitsoffensive Brandenburg finanzierte. "Dies ist mal was anderes als die Reden oder der erhobene Zeigefinger", begründet Robin Frank, Hauptdarsteller in dem ergreifend-begeisternd dargebotenen Tanztheaterstück, warum sich die Jugendlichen zwischen 17 und 24 Jahren tanzend engagieren. "Wir wollen tanzen und etwas Vernünftiges rüberbringen", so Caro Kornisch, die ebenfalls eine der tragenden Rollen um Drogen, Sucht, Gruppendruck und Gewalt spielt und tanzt. Unbestritten hat die Gruppe aus Drebkau mit dem Stück ganz genau den Nerv der Schüler getroffen. Sichtlich aufgekratzt strömen nach kreischend heftigem Beifall für das Tanztheater "Black und White" die Schüler der 7. bis 10. Klasse in das Foyer des Theaters. "Super! Besonders gefallen hat mir das Tanzen - und natürlich der Hauptdarsteller", erzählt Theresa ein wenig verschämt. Beeindruckt sei sie, sagt das Mädchen aus der 8. Klasse des Paul-Fahlisch-Gymnasiums Lübbenau unter dem beifälligen Nicken ihrer Klassenkameradinnen. Gut gelaunt und getragen vom Finale des Stückes nehmen die Schüler die Angebote des Kreispräventionsrates wahr. Es gibt Beratung und Information von Polizei, Gesundheitsamt und Fitnessstudio. Sarah Künzel und Dominik Schuldt, Schüler der Marianne-Seidel-Förderschule, äußern sich sehr positiv über das Gesehene: "Vor allem die Tanzschritte waren ganz toll. Außerdem behandeln wir das Thema gerade im Unterricht", erzählt Dominik. Daneben versucht Stefanie Paul auf einem Zickzack streifen zu balancieren. Die Neuntklässlerin ist nicht etwa betrunken, sondern hat eine Rauschbrille auf, die den betrunkenen Zustand simuliert. Selbst hat die Schülerin noch keinen Alkohol getrunken. Überhaupt halten sich die Schüler mit Angaben zum eigenen Alkohol- oder Drogenverzehr sehr zurück. "Mal probiert." Und: "Eigentlich nicht", sind die gängigen Ansagen zum Thema. Um so interessierter verfolgen die Schüler im voll besetzten Saal des Senftenberger Theaters die von Ralf Jußen moderierte Diskussion. Die Tänzer Caro Kornisch und Robin Frank, der stellvertretende Landrat Titus Faustmann, Landtagsabgeordnete Martina Gregor-Ness, Oberarzt Dr. Thomas Winkler vom Klinikum Niederlausitz, Hagen Hahnemann von der Kriminalpolizei und Ole Preisner diskutieren über Möglichkeiten, Alkohol, Drogen und Gewalt von vornherein zu vermeiden. Vermieden hat Ole Preisner zunächst gar nichts, in klaren Worten erklärt er den Schülern: "Ich habe seit meinem 12. Lebensjahr getrunken - und war mit 21 dem Tode näher als dem Leben. Ich hab mir damals vieles verbaut." Seit 18 Jahren ist der ehemalige Alkoholiker trocken. Heute engagiert er sich im Verein "Harlekids" in Brieske.