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| 02:46 Uhr

Tagesausflügler sollen nach Lieske pilgern

Spatenstich am Seestrand Lieske mit dem LSB-Vorstand: Volker Mielchen, Siegurd Heinze, Detlef Höhl und Andreas Fredrich (v. l.).
Spatenstich am Seestrand Lieske mit dem LSB-Vorstand: Volker Mielchen, Siegurd Heinze, Detlef Höhl und Andreas Fredrich (v. l.). FOTO: Jan Augustin
Lieske. Für die touristische Entwicklung des Sedlitzer Sees in Lieske (Amt Altdöbern) ist am Donnerstag der erste Spatenstich vollzogen worden. Bis Herbst soll der erste Bauabschnitt fertig sein. Für das Badevergnügen müssen sich Anrainer und Touristen aber noch gedulden. Jan Augustin

Badewetter sieht anders aus. Die gute Laune lässt sich der LSB-Vorstand am Sedlitzer Seestrand aber nicht nehmen. Trotz eisigen Sturmes mitten im April setzen die Herrschaften zum symbolischen Spatenstich an. Danach gibt's noch ein Schlückchen Sekt zur Feier des Tages. "Ich denke schon, dass wir mit der Fertigstellung ein weiteres Highlight im Lausitzer Seenland haben werden", sagt der LSB-Vorsitzende und Landrat Siegurd Heinze (parteilos).

Der Plan für die touristische Entwicklung des "Seestrandes Lieske": Zunächst soll ein Abschnitt etwas außerhalb des Ortes und oberhalb des Strandes erschlossen werden. Gebaut wird eine Zufahrt, ein Parkplatz mit 90 Kfz-Stellflächen und zehn Wohnmobilplätzen sowie ein Sanitärshäuschen. Auch ein Kiosk soll entstehen. Rund eine Million Euro kostet das Vorhaben, das mit Fördergeldern der Investitionsbank des Landes Brandenburg finanziert werden soll. Spätestens im Herbst dieses Jahres ist die Fertigstellung geplant, sodass das Areal dann von Radlern, Skatern und Wohnmobilfreunden genutzt werden kann. Zielgruppe sind hier vor allem Tagestouristen, erklärt LSB-Verbandsvorsteher Volker Mielchen.

In einem zweiten Bauabschnitt ab 2017 sollen, auch für etwa eine Million Euro, zwei Strandbereiche gestaltet werden - unter anderem mit einer Anlegestelle für ein Fahrgastschiff und einem Spielplatz. Der Zweckverband will an dem Strandbereich direkt unterhalb des Dorfes zudem eine Ferienhaussiedlung mit 30 bis 40 Domizilen entstehen lassen. Freilich müsse hierfür noch nach einem Investor gesucht werden, sagt LSB-Vorstand und Altdöberns Amtsdirektor Detlef Höhl (SPD). "Wir sind ganz stolz und froh, dass wir endlich ein Zeichen setzen können", betont Detlef Höhl. Schließlich seien seine Gemeinden ja nicht umsonst in den Zweckverband eingetreten. Die Ausdauer und der lange Atem der vom Strukturwandel betroffenen Gemeinde hätten sich gelohnt. Höhl verspricht: "Die Liesker werden gute Gastgeber sein."

Bis die jedoch die ersten Badegäste empfangen können, verstreichen noch ein paar Jahre. Der Sedlitzer See soll noch bis 2019 geflutet werden und dann mit 1404 Hektar der zunächst größte See der brandenburgischen Lausitz sein. Das Volumen soll laut Lausitzer und Mitteldeutscher Bergbau-Verwaltungsgesellschaft (LMBV) bei 210 Millionen Kubikmetern liegen. "Zeitlich hängen wir am Rhythmus der Bergbausanierung", bringt es Verbandsvorsteher Volker Mielchen auf den Punkt.

Momentan sind die Bergbausanierer von der LMBV unter anderem noch mit der Kliffsicherung am Nordufer beschäftigt. Das Wasser entriss der Steilküste dort in der Vergangenheit den Boden, sodass etwa 35 Meter Vorland verloren gegangen waren. Nun liegen an der Wasserkante gigantische, mit Sand gefüllte Textilschläuche. Die fünf Meter breiten und zwei Meter hohen Geotubes sollen eine Unterspülung des Ufers verhindern und so die Böschung schützen. Kliffsicherung heißt die Maßnahme bei der LMBV. Die weißen Schläuche erstrecken sich über mehrere Hundert Meter und sind nach dem Ende der Flutung nicht mehr sichtbar.

Für Landrat Siegurd Heinze ist das Panorama aber jetzt schon ein Erlebnis: "Der Ausblick ist phänomenal, ich finde das fantastisch." Mit dem Seestrand Lieske werde - endlich auch mal im Amt Altdöbern - ein neuer Standort im Lausitzer Seenland entwickelt.