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| 09:32 Uhr

Tag des offenen Denkmals im Süden von Oberspreewald-Lausitz
Hermsdorfer Kirche öffnet Türen

 Reinhard Noack vom Kirchbauverein der Evangelischen Kirche Hermsdorf freut sich, am Sonntag zum Tag des Offenen Denkmals die Kirche für Besucher öffnen zu können.
Reinhard Noack vom Kirchbauverein der Evangelischen Kirche Hermsdorf freut sich, am Sonntag zum Tag des Offenen Denkmals die Kirche für Besucher öffnen zu können. FOTO: LR / Catrin Würz
Senftenberg. Zum Tag des offenen Denkmals ist am Sonntag auch das kleine Gotteshaus bei Ruhland wieder zu besichtigen. Von Catrin Würz

Im gleißenden Licht der Sommersonne leuchtet die kleine Kirche von Hermsdorf vor dem stahlblauen Himmel regelrecht, so dass es fast in den Augen blendet. Die helle, makellose Fassade war im Jahr 2012 zusammen mit dem Wiederaufbau des Kirchturms und dem Dach saniert worden. Im Inneren des kleinen Gotteshauses – das im Kern eine spätmittelalterlich Feldsteinkirche ist – sieht es allerdings nicht so schmuck aus. Die letzten Malerarbeiten liegen schon viele Jahrzehnte zurück, der Putz hat Risse, die Beleuchtung ist unzureichend und die hölzernen Kirchenbänke sind für heutige Menschen für langes Sitzen eine Qual. „Die Sanierung des Kirchenschiffes ist unser nächstes Vorhaben. Wir hoffen, bald einen Schritt weiterzukommen“, sagt Reinhard Noack, der Vorsitzende des Kirchbauvereins Evangelische Kirche Hermsdorf.

Das Projekt wird nicht billig: Rund 200 000 Euro wird die Aufarbeitung des Kircheninnenraumes kosten, hat ein Experten-Gutachten ergeben, das der Kirchbauverein in Auftrag gegeben hat. „Das ist viel Geld: Aber das schließt neben der malermäßigen Instandsetzung auch eine bessere Beleuchtung auf LED-Basis sowie den Umbau der hölzernen Kirchenbänke ein“, erklärt Reinhard Noack.

 An der Kirche in Hermsdorf bei Ruhland konnte vor fünf Jahren die Außen- und Turmsanierung abgeschlossen werden. Nun soll auch das Kirchenschiff im Inneren noch verschönert werden.
An der Kirche in Hermsdorf bei Ruhland konnte vor fünf Jahren die Außen- und Turmsanierung abgeschlossen werden. Nun soll auch das Kirchenschiff im Inneren noch verschönert werden. FOTO: LR / Catrin Würz

Die Bänke sollen eine breitere Sitzfläche und bekommen und die Rückenlehne soll etwas angewinkelt werden. Unter den Bänken wird eine elektrische Heizung dafür sorgen, dass die Kirche künftig auch in den kalten Monaten nutzbar ist, ergänzt der 69-Jährige. Außerdem fließt eine besondere Denkmalschutzforderung in die nicht unerheblichen Kosten ein: An den Wänden an der Empore sind unter alter Wandfarbe mittelalterliche Malereien gefunden worden. Um die Bilder mit Bibelmotiven von Restauratoren ganz frei legen zu lassen, dazu fehlt der kleinen Gemeinde freilich das Geld. Nun sollen die Malereien der Altvorderen wenigstens für die Nachwelt fachmännisch konserviert und geschützt werden.

Für die Umsetzung der Sanierungspläne im Kirchenschiff hofft der Kirchbauverein auf europäische Fördermittel. „Aber das ist nicht einfach“, berichtet Noack. Vier Anträge habe der Verein bereits im Rahmen des Leader-Programms für den ländlichen Raum gestellt, bis jetzt aber noch keine Zusage bekommen. Zu groß ist der Ansturm auf diese Fördertöpfe. Nun will der Kirchbauverein es bei einem anderen Förderprogramm versuchen, das sich ebenfalls den ländlichen Regionen widmet: die Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes“ (GAK).

Reinhard Noack, der den Hermsdorfer Kirchbauverein schon seit mehr als zehn Jahren führt, weiß, wie wichtig öffentliche Aufmerksamkeit ist, um ein solch großes Vorhaben realisieren zu können. Nicht nur deshalb macht die Kirche schon seit vielen Jahren beim Tag des offenen Denkmals mit, der am kommenden Sonntag diesmal unter dem Motto „Modern(e): Umbrüche in Kunst und Architektur“ steht.

Apropos Kunst: Auch das kann die Hermsdorfer Kirche gegenwärtig bieten. Seit Pfingsten ist hier eine Ausstellung unter dem Titel „Schöpfung“ zu bewundern. Unter Federführung des Kunstvereins Pro Ars Lausitz haben zehn Künstler der Region mit ganz unterschiedlichen künstlerischen Handschriften bereits auf ihre Weise Farbe und Gestaltung in das Kirchenschiff gebracht.

Besucher des Tages des offenen Denkmals werden nach der Besichtigung der Kirche, die ab 10 Uhr möglich ist, zwischen 14 und 18 Uhr auch mit Kaffee und Kuchen bewirtet. Um 16 Uhr gibt zudem der Männergesangverein 1846 Ruhland ein Konzert. Die Partnerschaft zwischen Kirchbauverein und Chor besteht schon seit vielen Jahren. Bei Musik und Gesang rollen die Spenden-Euros für die anspruchsvollen Kirchbauprojekte einfach besser.

 Reinhard Noack vom Kirchbauverein der Evangelischen Kirche Hermsdorf freut sich, am Sonntag zum Tag des Offenen Denkmals die Kirche für Besucher öffnen zu können.
Reinhard Noack vom Kirchbauverein der Evangelischen Kirche Hermsdorf freut sich, am Sonntag zum Tag des Offenen Denkmals die Kirche für Besucher öffnen zu können. FOTO: LR / Catrin Würz