Von Peter Aswendt

Rund 600 Besucher haben die Chance genutzt, beim Tag der offenen Tür einen spannenden Einblick in die medizinische Arbeit des Klinikums Niederlausitz zu erhalten. In diesem Umfang präsentiert sich die Einrichtung, die das größte Krankenhaus für die Regelversorgung in Südbrandenburg ist, zum ersten Mal den Besuchern.

Zu Fuß in ein übergroßes Darmmodell

Dass ein begehbares Herz oder eine Reise zu Fuß durch einen Darm neugierig machen, kann man sich denken. Und so hat Dr. Adam Porowski alle Hände voll zu tun, den Besuchern einen Stent für ein Herz zu zeigen und zu erklären, wie ein Bypass funktioniert: „Es macht Spaß mit diesen übergroßen Modellen zu arbeiten“, ist der Kardiologe eifrig bei der Sache. Auch er ist überzeugt, dass dieser Tag das Vertrauen ins Klinikum stärkt: „Wir haben hier eine Ausstattung, die sich mit Uni-Kliniken messen kann“, zeigt er sich stolz.

Auch Frank Krause aus Schwarzheide zeigt sich begeistert. Gemeinsam mit seiner Tochter Paula (12), die gerade mutig ihre Blutgruppe mit einem Pikser bestimmen lassen hat, lässt er sich das Herz erklären: „Ich arbeite bei der Berufsfeuerwehr. Das Thema Menschenrettung ist bei uns immer präsent. Wir sind sehr froh, so eine gute medizinische Einrichtung in der Nähe zu haben“, resümiert der Familienvater.

Die Familie in der täglichen Wirkungsstätte

Die Möglichkeit, der Familie einmal die tägliche Wirkungsstätte zu zeigen, nutzt Gefäßassistentin Mandy Buder: „Meine Eltern und meine Oma sollen mal sehen wo ich arbeite“, erklärt die Cottbuserin, die gern den Fahrweg auf sich nimmt, um im Senftenberger Klinikum zu arbeiten. „Den Job kann ich nicht überall machen, das ist schon was besonderes“, ist sie stolz. Vater Gerd Buder zeigt sich ebenfalls begeistert: „Es ist ein modernes, großzügiges Haus“, staunt er.

Weiße und rote Blutkörper unter dem Mikroskop

Neben den vielen Infoständen im Erdgeschoss lockt auch die medizinisch-technische Assistentin (MTA) Anja Steinert-Bradka mit vielen bunten Petrischalen und einem Mikroskop gerade die jungen Besucher an ihren Stand: „Hier können mal die weißen und die roten Blutkörper unter dem Mikroskop angeschaut werden. Das macht gerade den Kindern großen Spaߓ, sagt die Klinikmitarbeiterin. Gleich daneben können die Besucher bei MTA-Chefin Marion Keller die eigene Blutgruppe bestimmen lassen: „Ich staune, das viele Kinder so mutig sind und sogar ihre Eltern überzeugen“, sagt sie. Überhaupt ist festzustellen, dass beim Personal und den Ärzten eine sehr große Freude über das große Interesse der Besucher herrscht.

Gäste staunen über Behandlungszahlen und Ausstattung

Schon bei der offiziellen Eröffnung zeigen sich einige Besucher erstaunt, dass pro Jahr 22 000 stationäre und 32 ambulante Patienten durch das Klinikum versorgt werden: „Wir haben mit solchen Zahlen nicht gerechnet“, sagen Manfred und Gerda Henning aus Senftenberg. Beide nutzen die Gelegenheit und werfen einen Blick in die Tagesklinik der Geriatrie: „Wir sind über die schönen hellen und großzügigen Räume erstaunt, das hätten wir so nicht erwartet“, zeigen sich die Senftenberger Besucher begeistert. Nach vielen interessanten Einblicken in den medizinischen Alltag können sich die Besucher im Innenhof und in der Cafeteria mit herzhaften und süßen Sachen stärken.

Klinikum Niederlausitz wirbt um Vertrauen

Generell ist bei zahlreichen Besuchern zu spüren, dass der Tag auch wieder Vertrauen bringt. So mancher Gast ist über die vielen Möglichkeiten des Klinikums Niederlausitz erstaunt. „Wir sind die potenziellen Patienten und sorgen für Geld“, bringt es Erwin Neustedt aus Lauchhammer auf den Punkt. „Es ist gut, wenn man sich mal selbst von den Möglichkeiten überzeugen kann“, lautet sein Fazit, als er mit einem Stapel Infomaterial unter dem Arm den Heimweg antritt.

Das Klinikum Niederlausitz befindet sich in finanziellen Schwierigkeiten. Nach nicht immer guten Nachrichten ist während des Tages der offenen Tür um das Vertrauen in der Bevölkerung geworben worden.

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